SWR3 Worte

29NOV2023
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Igor Levit ist Pianist und Jude. Er spricht über Alleinsein und Kälte: darüber, wie sehr ihn die fehlende Anteilnahme in der deutschen Gesellschaft erschüttert hat:

Der Überfall der Hamas ist jetzt fast sechs Wochen her – ich sehe und spüre die Empathie immer noch nicht. Und jetzt kommt mein Wutmoment dazu. Ich würde am liebsten alle anschreien: Merkt ihr eigentlich nicht, dass es gegen euch geht?

"Tod den Juden!" heißt "Tod der Demokratie!".
Wenn ihr an Demokratie glaubt, und euer Land ist an einem Punkt, wo jemand wie ich rennen muss: Dann müsst auch ihr rennen!

Dass sich diese Dringlichkeit nicht auf die Straße übersetzt, finde ich erschütternd. Ich verstehe es einfach nicht. Versteht ihr denn nicht, dass auch ihr in Gefahr seid?! Es ist eure Art zu leben, die angegriffen wird. Das "Nie wieder!", das "Die Würde des Menschen ist unantastbar", das ist die Existenzgrundlage dieser Bundesrepublik. Und das wird gerade angegriffen.

https://www.zeit.de/2023/48/igor-levit-pianist-linke-israel-hamas/komplettansicht

https://www.kirche-im-swr.de/?m=38859
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