SWR3 Gedanken

29NOV2023
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„Eigentlich sollten wir doch unserem Körper gegenüber dankbar sein. Ich meine, unsere Körper haben uns bis hierher immer treu begleitet, ohne größere Probleme.“ Das meinte Michaela vor kurzem, als wir Freundinnen bei Kaffee und Tee zusammensaßen.

„Du hast gut reden“, platzt es auf einmal aus Kerstin heraus, „aber ich mag ihn nicht, meinen Körper: guck Dir doch mal meinen Speckbauch an und die ganzen Falten, die auf einmal immer mehr werden, und wenn ich ein graues Haar rauszupfe, habe ich den Eindruck, dass gleich drei nachwachsen…“
Eva ist empört: „Aber letztens hast Du gesagt, dass mir meine weiße Haarsträhne gut steht!“
„Und zu mir hast Du gesagt, dass mich meine paar Kilo mehr sympathischer machen!“, sagt Patrizia.
„Jaaa“, sagt Kerstin, „bei Euch sieht es ja auch gut aus, aber bei mir…“
„Vielleicht sollten wir nicht nur dankbar unserem Körper gegenüber sein, sondern auch freundlicher?“ meint Eva.
„Mein Körper, meine Freundin“, sagt Michaela, „ja, vielleicht sollten wir unseren Körper wie eine gute Freundin behandeln. Uns selbst so behandeln, wie man die Menschen, die einem am Herzen liegen, behandelt!“
„Einfacher gesagt, als getan“, wendet Kerstin ein.
„Vielleicht können wir da ja auch helfen, wir, als Freundinnen: uns daran immer wieder erinnern, dass wir auch nett uns selbst gegenüber sein sollten“, schlägt Eva vor.
„Auf unsere treuen Körper!“, ruft Michaela. Und so langsam ist auch Kerstin überzeugt. Und wir stoßen mit unseren Tee- und Kaffeetassen aufeinander an: „Auf uns - und auf unsere Körper!“

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