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SWR3 Gedanken

01AUG2022
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Heute startet die erste Sommerferienwoche. Als Lehrerin habe ich es gut: Ich kann mir in dieser langen Schulpause selbst einteilen, wann ich arbeite und wann nicht. Kann die Nachmittage mit den Kindern in der Sonne genießen und eine echt lange Zeit Abstand vom ganzen Schulgeschehen gewinnen. Sechs Wochen liegen nun vor mir – das klingt luxuriös und fantastisch. Und das ist es auch.

Und trotzdem plagen mich kleine Sorgen. Wie geht’s nach den Sommerferien mit der Schule weiter? Hoffentlich können wir als Familie gesund in den Urlaub fahren. Und irgendwie bekomme ich schlechte Laune, wenn ich an die Kisten auf dem Dachboden denke, die ich diesen Sommer endlich ausmisten sollte.

Ich weiß, das sind Wohlstandssorgen. Das ist alles nicht so wirklich schlimm. Nicht annähernd krisenhaft. Andere würden sagen: „Stell dich nicht so an! Du hast es echt gut!“ Und trotzdem bleiben es Sorgen und Fragen, die mich beschäftigen. Und die würde ich gerne loswerden. Und das kann ich auch. Im Gebet.

Egal ob in großen Krisen – heulend und zweifelnd – oder mit kleinen Wehwehchen, schlecht gelaunt: All das kann ich vor Gott werfen und bei ihm loswerden. Bei ihm habe ich nicht das Gefühl, wehleidig oder überdramatisch zu sein. Bei ihm fühle ich mich angenommen, mit meinen großen Krisen UND meinen kleinen Sorgen. Es tut gut zu spüren: Gott ist immer da und nimmt mich ernst. In den Ferien – mit meinen kleinen Sorgen – und auch dann, wenn’s größere gibt.

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