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SWR3 Gedanken

23APR2022
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Eine Kettensäge in den Händen einer zierlichen Frau. Der Motor heult laut auf, die Kettensäge spaltet dickes Holz.

Kathrin Bolt ist Pfarrerin, aber sie greift auch mal zur Kettensäge. Zum Beispiel um eine Kanzel zu zersägen, also ein kompaktes Pult, von dem aus normalerweise gepredigt wird.

Vor einem Jahr hat Kathrin Bolt für Ihre Kirchengemeinde an der Kunstaktion der Gebrüder Riklin aus St. Gallen teilgenommen. Die Challenge lautete: „Schneide ein Stück Deiner Realität aus und setze es in einen neuen Kontext.“

Die Pfarrerin hat also eine Kanzel zersägt und einen neuen Kontext dafür gefunden. Denn aus der Kanzel wurde ein Abendmahlstisch!

Die Botschaft: weniger Monologe, mehr Gespräche miteinander auf Augenhöhe. Jesus hätte das sicher gefallen. Denn für Jesus gehörte das zu seinem Alltag: mit den Menschen essen, ihnen zuhören, in Dialog treten. Genau das versucht die Gemeinde in Straubenzell wieder sichtbar, erlebbar zu machen.

Das Wort „Abkanzeln“ bekommt so auf einmal einen positiven Sinn: Nicht mehr von oben herab predigen, sondern gemeinsam Glauben teilen, sich gegenseitig wahrnehmen, lebendig bleiben. Kaum zu glauben, was eine Kettensäge bewirken kann!

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