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Anstöße sonn- und feiertags

14FEB2021
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Valentinstag. Für viele ist das, alle Jahre wieder, der Festtag der Jungverliebten und manchmal auch der Altverliebten. Für manche ist es ein Ärgernis. Geschäftemacherei sagen sie, von Floristen und Pralinenherstellern.

Aber ist es die Liebe nicht wert, gefeiert zu werden, mehr als einmal im Jahr? Von denen, die lieben und geliebt werden, von denen, die sich schwer tun mit der Liebe und es gern besser können würden und erst recht von denen, die sich nach Liebe sehnen?

Gott ist die Liebe, sagen wir Christen. Und wir feiern mit viel Aufwand Weihnachten als Fest der Liebe. Weil da Jesus zur Welt gekommen ist, als Zeichen der Liebe Gottes zu seinen Menschen. Mit dem, was er gesagt und getan hat, hat Jesus gezeigt, wie gut es tut, von Gott geliebt zu werden. Da werden Traurige getröstet. Kranke werden heil und finden Freude am Leben. Die im Schatten standen, stehen im Licht. Und damit möglichst viele das erleben können, hat Jesus gesagt: „Genauso, wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander liebhaben“ (Joh 13, 34).

Wo Menschen einander lieben, da muss keiner im Schatten stehen bleiben. Kinder, die geliebt werden, können fröhlich wachsen, auch wenn ihr Kinderzimmer nicht überquillt von Spielsachen. Erwachsenen müssen nicht überall die ersten und besten sein, wenn sie geliebt werden. Wo Menschen weitergeben, dass Gott die Liebe ist, da können sie mit anderen teilen und wenn nötig, eigene Bedürfnisse ein Stück weit zurücknehmen, damit alle genug zum Leben haben.

Es gibt viele Weisen, einander Liebe zu zeigen. Manche Großmütter beten vielleicht für ihre Enkel und mit ihnen, Großväter bauen mit ihnen ein Baumhaus. Mütter trösten, wenn etwas schief gegangen ist, Väter helfen, wenn Kinder sich schwach und klein fühlen. Manchmal alles auch genau umgekehrt.

Partner, die lieben, zeigen einander. Ich finde dich schön. Du bist begehrenswert. Danke, dass du für mich da bist. Ich fühle mich stark und gut, wenn du bei mir bist.

Und wenn die Liebe sich verändert hat und vielleicht weniger stürmisch, aber dafür womöglich achtsamer und stärker geworden ist? Dann können sie einander zeigen: Gut, dass du da bist. Ich bin froh, dass du mir zuhörst. Ich freue mich über das, was du tust. Wenn du Hilfe brauchst – ich bin da. Das tut gut. Gott ist die Liebe. Und er will, dass wir einander lieben. Ich finde, das ist einen Feiertag wert.

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