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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

19DEZ2019
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Also ich freue mich auf Weihnachten! Und bin, wie jedes Jahr, wieder nicht ganz fertig mit den Vorbereitungen. In diesen letzten Adventstagen fällt mir immer noch was ein: Was sollte ich noch einkaufen? Ist an alles gedacht? Und wo werde ich die Gottesdienste besuchen? So werde ich doch noch ein wenig aufgeregt. Aber ein bisschen Aufregung gehört für mich zu jedem Fest. Ich nenne das „Vorfreude“.

Allerdings beschreiben viele diese letzten Adventstage bis zum Heiligen Abend und den Weihnachtstagen eher als mega-stressig. „Ich wollte, der ganze Spuk wäre schon vorbei“ habe ich nicht nur einmal gehört. „Der ganze Spuk“ – dieses Wort tut mir fast weh. Für mich ist das ganz anders, ich erlebe Advent und Weihnachten als einen Weg in die Tiefe: Weil Gott die Welt retten möchte, wird Jesus als Mensch geboren. Damit wir Menschen von Jesus lernen, friedlicher und menschlicher zu werden. „Wo die Güte und die Liebe wohnt, da ist Gott“ formuliert dies ein altes Lied. Deshalb feiern die Christen Weihnachten, und deshalb haben sich in unseren Breiten eine Menge Rituale entwickelt, um Güte und Liebe zu erfahren: Geschenke machen, miteinander etwas Besonderes essen, sich besuchen. Diese Rituale gehören zu den Traditionen, denen sich viele Menschen kaum entziehen können. Den einen gefällt das, andere leiden darunter. Denn viele der Traditionen rund um Weihnachten sind aufgeladen mit Sehnsucht. Oft ist es die Sehnsucht nach einem heilen Familienleben, wie es möglicherweise früher einmal war, oder endlich werden sollte. Aber Traditionen allein können diese Sehnsucht nicht stillen. Und so gibt es in manchen Familien doch eher Frust, Streit und Enttäuschungen -  ausgerechnet an Weihnachten.

Deshalb habe ich in diesen letzten Tagen vor Weihnachten tatsächlich einen Weihnachtswunsch: ganz persönlich wünsche ich mir und meinen Lieben, dass wir Gott nicht aus den Augen verlieren, dass wir Maß halten bei allem. Dass wir so gut es geht in Güte und Liebe zusammen sein können. Das wünsche ich auch allen anderen Menschen. Ob mit oder ohne Gott: in Güte und Liebe zusammen sein, das ist das Beste, was geschehen kann! Ich weiß, das bleibt für manche ein Traum. Und doch wünsche ich es allen!

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