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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

04OKT2019
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Ich finde, das ist einer der besten Tipps fürs Leben: „Was Du willst, das Dir andere Leute tun sollen, das tu ihnen auch.“ Jesus hat diesen Tipp gegeben. „Was Du von anderen willst, das tu ihnen.“

Damit man das kann, muss man sich in andere reinversetzen. Die Perspektive wechseln und sich fragen: Wenn ich jetzt an seiner oder ihrer Stelle wäre, was hätte ich da gern? Und das dann für die anderen machen. Dieser Tipp fürs Leben ist richtig gut.

Das ist mir an einem Beispiel klargeworden, das mir passiert ist an einem Zebrastreifen. Ich war zu Fuß unterwegs. Ein Autofahrer hätte mich fast umgefahren. Er war für diese Kreuzung schlicht zu schnell. Kam um die Kurve geschossen. Ich habe es grade noch geschafft vom Zebrastreifen zurück zu springen. Eins weiß ich, so will ich als Fußgänger nicht behandelt werden.

Aber ich will auch nicht, dass ich, - wenn ich der Autofahrer bin – andere in so eine brenzlige Lage bringe. Drum hoffe ich, ich vergesse das nicht: den Schrecken, den ich gekriegt habe. Ich hoffe, es ist mir eine Lehre, wenn ich am Steuer sitze. Manchmal lasse ich mich im Auto unter Zeitdruck setzen. Nicht gut. Vielleicht war das ja sein Grund, dass der Fahrer neulich mich fast umgefahren hätte. Lieber ein bisschen zu spät kommen, als einen alten Menschen oder ein Kind über den Haufen fahren, denke ich seither.

Ich habe darum eine Bitte an Sie und mich, an uns Autofahrer. Lasst uns den klugen Tipp fürs Leben anwenden, den Jesus gegeben hat. Und üben. Wie?

Lassen Sie uns dafür immer mal wieder die Seiten wechseln. Selber regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein. Damit wir spüren, wie sichs anfühlt, wenn man kein schützendes Blech um sich herumhat. Damit Sie und ich selbst wieder wissen, wie will ich als Fußgänger oder Radfahrer eigentlich von Autofahrern behandelt werden? Er kann heilsam sein, der Schreck, wenn man vom Zebrastreifen gescheucht wird.

Wenn ich dann wieder ins Auto steige, kann ich diesen Fußgänger und Radfahrer in mir mitnehmen. Quasi neben mich setzen. Ich glaube, man darf nicht total in einer Autofahrerblase stecken. Immer ein bisschen mitdenken und mitfühlen, was würde ich jetzt von mir wollen, wenn ich zu Fuß unterwegs wäre. Was würde ich wollen, wenn ich diese alte Frau wäre oder dieses Kind auf dem Fahrrad? Und dass dann auch machen.

Jesus konnte bei seinem Tipp noch nicht an Autofahrer denken. Er wollte Gutes für Landwirte, Geschäftsfrauen, Handwerker, Pfarrer, Menschen, die Kinder erziehen. Für jeden und jede hat er gemeint:
„Alles was Du willst, das Dir die anderen tun sollen, das tu ihnen auch.“

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