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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Wir haben unsere Stimmen abgegeben. Jetzt sind die Parteien dran.
Wir können gespannt sein, wie sie umgehen mit der Macht und der Verantwortung, die wir ihnen als Wähler anvertraut haben.
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen nicht vergessen, dass sie ihre Macht von uns haben, und ich hoffe, dass sie immer im Blick behalten, wozu wir sie ihnen gegeben haben:
In der Bibel wird das einmal so treffend auf den Punkt gebracht, wie man es m. E. nicht besser sagen kann:
„Suchet der Stadt Bestes", heißt es da, und das soll wohl heißen: „Sucht das Beste für das Land und für alle Menschen, die hier leben. Dass sie gut leben können, in Frieden und gerecht: Rentner und Kinder, Einheimische und Migranten, Banker und Obdachlose. Frauen und Männer. „Sucht das Beste für alle."
Dazu haben wir den Politikern unsere Stimmen gegeben. Aber das heißt nicht, dass wir unsere Stimme abgegeben hätten. „Sucht das Beste des Landes." Dafür bleiben Sie und ich verantwortlich, auch nach der Wahl.
Für Christen war immer schon klar, unsere Stimme für das Beste des Landes einbringen, das können wir auch, wenn wir für Politikerinnen und Politiker beten. Was das Beste ist, das liegt oft nicht auf der Hand. In unseren unübersichtlichen Zeiten.
Ich glaube, es tut Politikern gut, wenn sie wissen, da sind Menschen, die für sie beten. Weil sie wissen, vieles wird mit menschlicher Kraft allein nicht gut. Es braucht den Segen Gottes. Ich bin sicher, es tut Politikern gut wenn wir Christen für sie z. B. um Weitblick beten, um Durchhaltevermögen, um innere Unabhängigkeit auch gegen starke Interessengruppen. Um Kampfgeist für Ziele, die wichtig sind, auch wenn man sie vielleicht nicht gleich morgen oder übermorgen erreichen kann. Und wir sollten auch für sie beten, dass sie ihre Macht gebrauchen, ohne sie zu missbrauchen. Und nicht zuletzt dafür, dass sie sich selbst, ihre Gesundheit, ihre Partner oder Kinder nicht erschöpfen durch ihr Amt.
Wir haben gestern unsere Stimmen nicht abgegeben für die nächsten Jahre. Wir können auch weiterhin Stimme erheben. Nicht nur beim Beten, sondern auch mitdenken und mitreden. Auch demonstrieren wenn es dran sein sollte. Ich finde, das gilt auch für Sie, die gestern nicht wählen gegangen sind. Vielleicht finden Sie ja im Lauf der nächsten Jahre Ihre Stimme wieder. Und machen von ihr Gebrauch, um das Beste für das Land zu suchen.

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