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SWR3 Worte

18MAI2024
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Peter Haas hat als Leser in einer Zeitschrift auf die Frage geantwortet: Was braucht man fürs Leben? Er war nämlich ganz unten. Und hat festgestellt, was für Kleinigkeiten einen Unterschied machen. Er erzählt:

Nach einer Trennung kam ich einem unmöblierten Zimmer unter. Als Beleuchtung war da nur eine Glühbirne an der Decke - ohne Lampe. Sie verbreitete ein unbehagliches Licht. Nur ein Freund wusste von meiner neuen Bleibe. Als er mich das zweite Mal besuchte, da brachte er eine von innen verspiegelte Glühbirne mit und wechselte sie wortlos gegen die vorige aus. Ihr Licht verbreitete eine angenehmere Atmosphäre. Als er gegangen war, da hatte ich das Gefühl: Ab jetzt geht es wieder aufwärts. Uns so war es dann auch.

Chrismon 05/24, Hg v. Nicole Heinrich und Annette Kurschuss

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SWR3 Worte

17MAI2024
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Der ehemalige Skirennfahrer Felix Neureuther hat für ein Buch Menschen besucht, die ihm etwas über das besondere Leben in den Alpen erzählen können. Besonders beeindruckt hat ihn Waltraut. Er erzählt von der über 80-jährigen Frau:

(Sie lebt) nur von ihrem Kräutergarten und dem was sie im Wald findet. Sie stellt daraus Salben, Seifen und Shampoos her. (…) Ich sagte zu ihr. "Ihr macht so tolle Sachen, die könntet ihr sicher geschickt vermarkten und verkaufen." Darauf sie: "Aber nein, warum denn? Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben, und brauchen nicht mehr." Dieser Satz ist bei mir hängengeblieben. (sagt Felix Neureuther) Dass es nicht immer höher, schneller, weiter, größer sein muss, dass man sich nicht in diesem Hamsterrad bewegen muss. Zufriedenheit schafft Unabhängigkeit und schließlich Freiheit.

Galore Interviews 01/2024, Dezember/Januar 2024

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SWR3 Worte

16MAI2024
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Die Zukunftsforscherin Florence Glaub bedauert, dass zur Zeit Geschichten und Filme im Trend sind, die eine düstere Zukunft ausmalen. Sie wünscht sich stattdessen positive Geschichten. Und das nicht nur, weil sie sich besser anfühlen. Sie sagt:

Nehmen Sie "Star Trek" - die Serie ist auch heute noch ein Beispiel für eine positive Zukunft. ... Was die negativen Zukunftsentwürfe gemeinsam haben, ist die Frage: Was passiert, wenn der Mensch die Essenz der Menschheit verliert? ... Dazu gibt es jede Menge Katastrophenfilme zum Thema Klimawandel. Das ist alles nicht visionär, sondern warnt eben. Da ist ein Vakuum entstanden, das mit Ideen gefüllt werden muss. Wie könnte eine Welt aussehen, in der wir den Klimawandel abgewendet haben?

Galore Interviews 01/2024, Dezember/Januar 2024

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SWR3 Worte

15MAI2024
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Wir reden viel über Menschen, die zu uns kommen. Viele davon bringen besondere Fähigkeiten mit, sagt der Autor Wolf Lotters:

Ich bewundere Menschen, die unter schwersten Bedingungen, ohne die Sprache zu sprechen, und ohne gehobene Anstellung, nach Deutschland kommen, um dann eine Dönerbude aufzumachen oder Fahrdienste anzubieten. Das sind die Macher, die schauen, was andere brauchen, und eine Lösung anbieten. Das sind die besten Leute, die wir in unserer Gesellschaft haben.

Galore Interviews 4/2024, April/Mai 2024

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SWR3 Worte

14MAI2024
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Der Weg durchs Leben ist voll von Dingen, die man nicht planen kann. Schauspieler Benno Führmann versucht trotzdem nicht vom Weg abzukommen. Und erzählt, was ihm dabei hilft und wo er Schwierigkeiten hat:

Es hat immer mit Dingen zu tun, die ich nicht kontrollieren kann, deren Ausgang unbekannt ist: Also mit den Lebensbewegungen per se. In gewissen Situationen helfen mir Hülsen wie "Alles wird gut" nicht. Darunter, in der Tiefe, weiß ich natürlich, dass mein Struggle zwischen Vertrauen und Nicht-Vertrauen mein Weg ist.(…) Die Spannung zwischen Gottvertrauen und Zweifel ist mein Benzin. Ich fahre nicht jederzeit auf einer stabilen Straße, wahrlich nicht.

Galore Interviews 3/2024, März 2024

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SWR3 Worte

13MAI2024
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Einen Menschen zu verlieren ist traurig. Einen Menschen beim Sterben zu begleiten, kann einen froh machen, sagen jedenfalls die Autoren Petra Anwar und John von Düffel, wenn sie erzählen:

Die meisten (Angehörigen) blicken heute gern auf diese Zeit zurück, dankbar dafür, dass ein geliebter Mensch sich ihnen anvertraut hat, und stolz darauf, dass sie ihm das Gefühl geben konnten, als Individuum respektiert zu werden bis zuletzt. Die Sterbebegleitung hat ihnen etwas gegeben, was sie nicht missen möchten. Und sie hat ihnen nicht zuletzt die Angst vor dem eigenen Sterben genommen.

Geistesblitze 2014, Ein inspirierendes Lesebuch

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SWR3 Worte

12MAI2024
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Wenn Besuch kommt, versuche ich, dass meine Wohnung aufgeräumt ist. Muss es bei mir innerlich genauso ordentlich sein, wenn ich Gott begegnen will? Die englische Nonne Mary Clare hat dazu diesen Gedanken:

Wenn du im Gebet vor Gott hintrittst, dann kannst du ihm nichts vorenthalten. Du begibst dich in diesem Augenblick mit jedem Menschen, Ereignis, Gedanken und Gefühl vor Gott, die dein Leben ausmachen, also auch mit deinem Chaos.
Mein Gebet besteht eigentlich nur aus einem Satz: Hier bin ich, ein vollkommenes Durcheinander.

Patrizia Collard, Sei achtsam

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SWR3 Gedanken

09MRZ2024
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Es war das Hilfloseste, was ich hätte tun können. Ich habe an einer Posting-Kampagne in den sozialen Netzwerken teilgenommen. „In meiner Kirche ist kein Platz für Gewalt“ steht da und #pfarrpersonengegenmissbrauch. Dazu mein Bild.

Dass es in der evangelischen Kirche sexuellen Missbrauch und geistlichen Missbrauch gab, ist schlimm und seitdem die Studie dazu herausgekommen ist, ist es auf über 800 Seiten auch nachzulesen. Nicht nur in den Zahlen wird das deutlich: Besonders eindrücklich und bedrückend sind die Erfahrungsberichte der Betroffenen, die erzählen, wie es zum Missbrauch gekommen ist.

Das herauszufinden, war auch der Auftrag der Studie: Was begünstigt in der evangelischen Kirche den Missbrauch? Die 800 Seiten zeigen jetzt: Täter sind Männer, oft in herausgehobener Stellung als Gruppenleiter oder eben Pfarrer. Sie haben ihre Macht ausgenutzt und viele haben weggeschaut in diesem System „Evangelische Kirche“, weil sie dachten, das System müsste beschützt werden.

Ich weiß, inzwischen gibt es klare Vorgaben, was beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch zu tun ist. Es gibt Anlaufstelle für Betroffene und wir erarbeiten die Schutzkonzepte und Ansprechpersonen für unsere Kirchengemeinden.

Aber ich habe mich gefragt, was ich noch tun kann und habe eben das Hilfloseste gemacht, was ich konnte. In dem Post habe ich gesagt: Ich will das in meiner Kirche nicht. Ich weiß nicht, ob das hilft.

Aber nun steht es da bei mir und bei vielen anderen Pfarrerinnen und Pfarrern und wir sind darauf ansprechbar. Vielleicht ist das ja auch schon wichtig, dass mich Menschen darauf als Pfarrer auch ansprechen und sagen: Du willst das doch nicht, also: Mach was dagegen.

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SWR3 Gedanken

08MRZ2024
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Ein Väterabend. Nur für die Väter meiner Konfis. Vorbereitet von mir und den Jugendlichen. Und die haben einen anonymen Fragebogen ausgefüllt. Mit Fragen, wie sie ihre Väter finden, was sie schätzen, was sie stört.

Die Väter durften das am Abend alles lesen und es waren sehr positive Rückmeldungen, die die Konfis gegeben haben. Sie fanden ihre Väter manchmal zu laut und beschwerten sich darüber, dass sie immer so lange und ausschweifende Antworten gaben, aber ansonsten waren sie dankbar, dass sie ihnen zum Beispiel Mathe beigebracht haben oder auch „wie man sich benimmt“ und oft hieß es bei den Konfis: Er soll einfach so bleiben wie er ist.

Es hat die Väter sichtlich gefreut, das zu lesen. Und auch ich bin froh darüber, denn ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Mit den Jahren habe ich erfahren, dass es auch Väter gibt, die einfach nicht da sind, die gewalttätig sind oder auf andere Weise den Jugendlichen nicht guttun.

Ich bin auch deshalb froh, dass die Konfis ein insgesamt positives Bild von ihren Vätern haben, weil im Christentum das Bild des Vaters für Gott so wichtig ist. Jesus sagt zu Gott Vater und in jedem Vaterunser sprechen wir ihn als Christinnen und Christen so an.

Natürlich ist es der Vater „im Himmel“. Und ich stelle mir vor, das tut denen gut, die, die kein gutes Verhältnis zu ihrem eigenen Vater haben. Dass es da noch einen Vater gibt, der ganz anders ist. Aber es gibt genug Menschen, die mit dem Wort und dem Bild des Vaters ihre Probleme haben, weil sie eben nicht nur Gutes mit dem Begriff Vater verbinden.  

Insofern: Herzlichen Dank an alle Väter, die ihren Kindern guttun. Das ist gut für die Kinder, ihre Entwicklung und ich glaube auch ihr Gottesbild.  

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39437
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SWR3 Gedanken

07MRZ2024
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Eine Freundin von mir ist Ärztin und sie wird immer noch und immer wieder auf Corona angesprochen. Ob das überhaupt eine richtige Krankheit gewesen ist? Ob dieser Wahnsinn nicht irgendwie von „denen da oben“ gesteuert wurde? Was da wohl wirklich dahinter gesteckt hat?

Immer noch gibt es sehr viele Vermutungen und sogar Verschwörungserzählungen über diese Zeit. Die Freundin meinte zu mir: „Warum könnte man nicht einfach sagen: Das ist jetzt passiert. Wir können nicht genau wissen, warum genau – und das ist auch irgendwie… normal!!!“

Mir hat das du Denken gegeben: Bei vielem, das einfach so über uns hereinbricht, grübeln wir darüber nach, was die Ursache sein könnte und ob sogar fremde Mächte damit zu tun haben könnten. Wir sehnen uns nach einer Erklärung und suchen einen Schuldigen. Warum passiert es? Warum passiert es jetzt? Warum passiert es mir?

Was aber, wenn ich sage: Es ist normal. Es passieren so viele Dinge – einfach so. Eine Ursache ist oft nicht klar auszumachen.

Ich gebe zu: Das ist gar nicht so einfach auszuhalten. Eine Ursache oder einen Schuldigen zu haben, wäre einfacher. Aber der Wahnsinn des Lebens ist oft gar nicht zu entschlüsseln. Der Wahnsinn des Lebens ist vielfach … normal.

So bleibt mir nur zu fragen: Wie gehe ich jetzt mit der Situation um? Und – ist da vielleicht jemand an meiner Seite und sagt: Du bist nicht allein.

Das ist jedenfalls das, was ich glaube und hoffe: Jemand ist bei dir und teilt mit dir deinen Schmerz und begleitet dich durch den Wahnsinn des Lebens.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39436
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