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13AUG2022
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Der Roman „Ein wenig Leben“ der amerikanischen Schriftstellerin Hanya Yanagihara handelt auch von Freundschaft – und dem, was dabei wirklich zählt:

„Ich glaube, der Trick bei Freundschaften besteht darin, Menschen zu finden, die besser sind, als man selbst – nicht klüger, nicht cooler, sondern liebenswürdiger und großzügiger und nachsichtiger –, und sie dann für das wertzuschätzen, was sie dir beibringen können, und ihnen zuzuhören, wenn sie dir etwas über dich sagen, ganz egal, wie schlecht – oder gut – es ist, und ihnen zu vertrauen, was der schwierigste Teil ist. Aber auch der beste.“

Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben

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12AUG2022
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Die Neurowissenschaftlerin und Tänzerin Julia Christensen meint, Tanzen macht glücklicher und gesünder. Und es stärkt die Gemeinschaft. Sie sagt:  

„Menschen, die sich synchron gemeinsam bewegt haben, mögen sich hinterher mehr. Und sie können sogar besser Probleme zusammen lösen. Man sollte miteinander tanzen!“

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11AUG2022
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Die Journalistin und Schriftstellerin Carolin Emcke bringt die Frage der Menschenrechte auf den Punkt:

„Menschenrechte sind kein Nullsummenspiel. Niemand verliert seine Rechte, wenn sie allen zugesichert werden. Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. Es gibt keine Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit jemand als Mensch anerkannt und geschützt wird. Zuneigung oder Abneigung, Zustimmung oder Abscheu zu individuellen Lebensentwürfen, sozialen Praktiken oder religiösen Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen. Das ist doch der Kern einer liberalen, offenen, säkularen Gesellschaft. Verschiedenheit ist kein hinreichender Grund für Ausgrenzung. Ähnlichkeit keine notwendige Voraussetzung für Grundrechte.“

https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/die-preistraeger/2010-2019/carolin-emcke

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10AUG2022
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Zum Leben gehören immer Licht und Schatten. Die amerikanische Autorin Colleen Hoover lässt in ihrem Roman „Maybe now“ eine der Hauptfiguren diese wichtige Erkenntnis entdecken:

„Es gibt eine ganze Reihe von Kapiteln in unserem Leben, in denen Dinge vorkommen, die dir nicht gefallen. Und trotzdem müssen wir sie nicht aus dem Buch herausreißen. Sie gehören zu unserer Geschichte dazu. Jeder einzelne Satz, ganz gleich ob gut oder schlecht, führt zu unserem Happy End.“

Colleen Hoover, Maybe now

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09AUG2022
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Die deutsch-türkische Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay meint, Sprache und politische Unmenschlichkeit hängen zusammen, weil Sprache mächtig sein kann. Deshalb plädiert sie dafür, bewusster mit Sprache umzugehen. Sie schreibt:

„Kurt Tucholsky schrieb, dass Sprache eine Waffe sei. Ja, das kann sie sein, und das ist sie viel zu häufig, ohne dass sich die Sprechenden dessen bewusst wären. Aber das muss sie nicht. Sprache kann auch ein Werkzeug sein. Sie kann uns in der Dunkelheit der Nacht die helle Reflexion des Mondlichts sehen lassen. Sprache kann unsere Welt begrenzen – aber auch unendlich weit öffnen.“

Kübra Gümüşay, Sprache und Sein

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35919
08AUG2022
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Der Umgang mit den drängendsten Problemen unserer Gesellschaft ist für die Politökonomin Maja Göpel Herausforderung und Antrieb zugleich – und sie meint, die Menschen verbindet eigentlich mehr als sie trennt. Sie sagt:

„Alle Menschen, die ich kenne, wünschen sich Liebe, Frieden, die Überwindung von Armut und eine schöne und sichere Umwelt. Warum also machen wir das dann nicht einfach? Was hält uns als Gesellschaft davon ab?“

Maja Göpel, Unsere Welt neu denken: Eine Einladung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35918
07AUG2022
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Nach einer großen Krise und schlimmen Erfahrungen doch nach vorne schauen zu können – davon erzählt Charly, die Hauptfigur aus dem Buch „Das also ist mein Leben“ von Stephen Chbosky:

„Und so denke ich, dass wir aus ganz vielen Gründen sind, wer wir sind. Und vielleicht werden wir die meisten davon nie erfahren. Aber auch, wenn wir uns nicht aussuchen können, woher wir kommen, können wir doch immer noch wählen, wohin wir gehen. Wir können immer noch unsere Entscheidungen treffen. Und versuchen, glücklich mit ihnen zu sein.“

Stephen Chbosky, Das ist also mein Leben

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18JUN2022
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Aufwachen – fällt mir hin und wieder richtig schwer. Manchmal bin ich nämlich eine echte Langschläferin. Und verstecke mich lieber noch einmal in den Kissen, bevor ich raus in die Welt klettere… --

„Frag nicht, was die Welt braucht. Frag, was Dich zum Leben erweckt und dann geh, tu es. Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die zum Leben erwacht sind.“ Das hat der amerikanische Theologe und Bürgerrechtler Howard Thurman einmal gesagt. Aufwachen zum Leben – klar, das ist mehr, als am Morgen aus den Kissen zu klettern. Aber ein bisschen was davon hat es schon auch. Die Augen öffnen – und wirklich sehen, was um einen herum passiert. Rausgehen und erleben, was los ist, auf den Straßen, in meiner Stadt, in der Welt. Manchmal will man ja vielleicht auch gar nicht so genau hinschauen… Aber Thurman sagt ja auch noch etwas anderes: „Frag nicht, was die Welt braucht.“ Sondern frag, was DU brauchst, damit du zum Leben erweckt wirst, aufwachst und gestärkt in die Welt hinausgehen kannst. Was brauche ich? Abgesehen von einem guten Kaffee ist das für mich Rückendeckung. Menschen, die mich begleiten. Die mit mir unterwegs sind. Oder auch einfach viel draußen sein, abschalten in der Natur, oder jetzt, wo es immer öfter warm und sonnig ist, in einer Hängematte unterm Baum ein Buch lesen… Sich Zeit nehmen. Durchatmen. Immer wieder die kleinen Alltags-Wunder entdecken. Träume träumen und sie wahr werden lassen… Und was brauchen Sie? Thurman sagt: Frag, was Du brauchst – und dann geh, tu es! Für die Welt.  

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35594
17JUN2022
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Zu unserer Familie gehört schon seit einiger Zeit ein alter Hund. Ein großer, wuscheliger Collie, mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Aber immer noch stolz, und schön und ein wunderbarer Hausgenosse.

Das Alter merkt man ihm langsam an. Manche Treppe ist zu steil geworden. Manche Hürde, über die er noch vor kurzer Zeit einfach drüber gesprungen wäre, wird vorsichtig umrundet. Geht ja auch. Aber hin und wieder müssen wir ihn dann doch auch ein Stückchen tragen… Beim Stöckchen spielen ist das Alter dann jedoch wie weggeblasen – dann tobt und tollt er wie ein junger Spund über die Wiese. Auch wenn der Heimweg dann vielleicht etwas länger dauert…

Ich staune immer wieder über seine Gelassenheit. Gerade in Sachen Alter. Was nicht mehr geht, geht eben nicht mehr. Dann wird der Baumstamm im Wald eben einfach umrundet. Ein Weg findet sich fast immer. Im Zweifel geht es auch mal mitten durch… Und wenn die anderen Hunde auf der Wiese wild herumtollen, dann macht er eben einfach langsamer. Lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, geht seinen Weg. Auf seine Weise. Ohne viel Gemurre. Oder vielmehr Gebell. – Ich frage mich: Wenn ich einmal alt bin, werde ich dann auch diese Gelassenheit und Weisheit haben? Dass sich Dinge ändern, und manches nicht mehr so geht, wie früher? Und ich nichts, aber auch gar nichts daran ändern kann? Sondern mir meinen Weg, im Zweifel auch Um-Weg suchen muss? Ich wünsche es mir sehr. Alter ist nichts für Feiglinge, sagt man.

Bei Hunden ist das bestimmt nicht anders. Und es ist klug, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie man im Alter leben möchte, und was man vielleicht auch gerade nicht will. – Sicher ist aber eines: »Bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will (euch) heben und tragen und erretten.« (Jesaja 46,3-4) - Sagt Gott, und verspricht: Egal wie alt, und egal in welcher Lebensphase du bist – ich bin bei Dir. Und wenn es not tut, dann trage ich dich – über steile Treppen oder Hindernisse, ganz egal.

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16JUN2022
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Mitten im Getrubel von Berlin. An einen Pfahl hat jemand einen Zettel geklebt. Einfach so. Darauf steht:

“For one minute
Please
just stand here
in silence
and look
at the sky,
and contemplate
how
amazing
life is.” –

Für eine Minute einfach stehen bleiben. Mitten im Getrubel. Mitten in allem Stress. Stehen bleiben in Stille. Schweigen. Ruhe bewahren. Runterfahren. Und dann - nach oben schauen. In den Himmel. Und erkennen, merken, spüren – dass das Leben großartig ist. Wundervoll sein kann. Und trotz allem und in allem so viel für uns bereit hält. „Du, Gott, tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.“ (Ps 16,11) So sagt es einer in einem Gebet in der Bibel. Also Augen auf und den Blick in den Himmel. Sich öffnen. Raus auch aus dem inneren Getrubel und der inneren Kurz-Sicht. In den Himmel schauen: Sicherlich ist da auch so etwas wie ein Funken, eine Ahnung, wie groß das Leben ist und wie wunderbar es immer wieder sein kann.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35592