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SWR3 Worte

11APR2026
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Ich hab mich noch nie so sehr nach Frieden auf der Welt gesehnt, wie jetzt gerade. Dahin gibt es nur einen Weg. Den beschreibt der Theologe Dietrich Bonhoeffer, der von den Nazis im KZ umgebracht worden ist.

 

„Nur aus dem Frieden zwischen zweien und dreien kann der große Friede einmal erwachsen, auf den wir hoffen.“

 

Aus: andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, 01/26, Verlag Andere Zeiten e.V., Hamburg 2026, S. 4.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44186
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SWR3 Worte

10APR2026
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Dieses Hoch auf die Geschwister ist mir auf Social Media über den Weg gelaufen. Und damit viele Grüße an alle Geschwister – in jeglicher Konstellation.

 

„Geschwister zu haben ist irgendwie seltsam, weil man als Kind ständig Zeit zusammen verbringt, vielleicht sogar ein Zimmer teilt, oft genervt ist oder sich streitet, und nicht wirklich darüber nachdenkt, wie viel Zeit man mit ihnen verbringt.
Und dann gibt es einen Punkt im Erwachsenenalter, an dem man plötzlich aufwacht, sie ansieht und realisiert, wie dankbar man für seine Geschwister sein kann. Man erkennt plötzlich, dass man nie wirklich allein war und auch niemals wirklich allein sein wird, solange man sie hat.“

 

Aus: https://www.instagram.com/reel/C-W1VbIoPzB/?igsh=ZGE1ZXd2NG9qZHZq

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44185
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SWR3 Worte

09APR2026
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Meena ist eine Powerfrau. Sie hat echt krasse Sachen erlebt. Ihr Gesicht ist entstellt, weil ihr Mann sie mit Säure überschüttet hat. Sie war für ihn zu unabhängig. Heute hilft Meena anderen Frauen in ähnlichen Situationen und ist ein Vorbild für Emanzipation. Sie erzählt:

 

„Je größer die Probleme der Frauen sind, je mehr ich mich anstrengen muss, eine Lösung zu finden, desto mehr Kraft und Liebe entdecke ich in mir. [...] Was macht es schon, dass ich ein entstelltes Gesicht habe – ich bin frei.

In unserer indischen Gesellschaft sagt man, eine Frau könne nichts alleine schaffen, aber ich möchte das Gegenteil beweisen.“

 

Aus: chrismon. Das evangelische Magazin. 12.2025, GEP Frankfurt, 2025, S. 62.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44184
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SWR3 Worte

08APR2026
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Drei Dinge, die Jesus nie gesagt hätte, postet #theresaliebt. Die evangelische Pfarrerin hat ja so recht. Und hier sind sie, die drei Dinge:

 

„1. Frauen dürfen nicht predigen – hat Jesus nie gesagt. Die erste Botschaft der Auferstehung wird von Frauen erzählt. Maria aus Magdala wird deshalb oft „Apostelin der Apostel“ genannt.

  1. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – steht nicht in der Bibel. Jesus erzählt von einem Gott, der sich besonders denen zuwendet, die Hilfe brauchen.
  2. Du musst perfekt sein, damit Gott dich liebt – Die Bibel erzählt genau das Gegenteil. Gottes Nähe gilt gerade den Unperfekten.“

 

 

Aus:  https://www.instagram.com/p/DV5ZwOtCIef/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=NTc4MTIwNjQ2YQ==

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44183
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SWR3 Worte

07APR2026
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Was man sich von anderen alles so einreden lassen kann, zeigt folgende Geschichte von den Fröschen, die einen Wettlauf austragen wollen.

 

„Als Ziel legten die Frösche die Spitze eines Aussichtsturms fest. Viele versammelten sich, um zuzuschauen. Doch niemand glaubte, dass auch nur ein einziger Kandidat das Ziel erreichen könnte. Anstatt die Wettläufer anzufeuern, riefen sie: „Das schafft ihr nie!“ Und wirklich schien es, als sollte das Publikum recht behalten, denn nach und nach kamen die ersten Frösche völlig außer Puste zurück. Alle gaben auf - bis auf einen Einzigen, der unverdrossen den steilen Turm hinaufkletterte und das Ziel erreichte. Aus der Ferne sahen die Zuschauerfrösche nur einen winzigen grünen Punkt. Sie waren vollkommen verdattert. Als der Gewinner wieder unten war, wollten sie alle von ihm wissen, wie er diese Riesenleistung geschafft hatte. Und da merkten sie, dass er taub war.“

 

 

Aus: andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, 01/26, Verlag Andere Zeiten e.V., Hamburg 2026, Umschlagseite

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44182
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SWR3 Worte

06APR2026
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Ein saucooles Zitat über Ostern habe ich in den sozialen Medien gefunden. Es wird dem amerikanischen Journalisten Clarence Hall zugeschrieben:

 

„Ostern zeigt uns, dass man die Wahrheit in ein Grab legen kann,

aber sie wird dort nicht bleiben.“

 

 

Aus: https://www.instagram.com/p/Cq0KglqLe2G/?igsh=Y2V6cHg2Y293bnFi

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44181
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SWR3 Worte

05APR2026
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Ich wünsche Ihnen viel Energie für die Feiertage! Denn Energie ist es, die die Theologin Johanna Haberer an Ostern vor allem spürt. Sie sagt: 

„Was neu war nach Ostern: diese ungeheuerliche Energie, die plötzlich in all die Leute gefahren ist, die noch am Karfreitag die Beine unter die Arme genommen haben und vor den römischen Soldaten geflohen sind. Der unglaubliche Mut, der aus einfachen Fischern plötzlich Volksprediger gemacht hat. Die alles sprengende Kraft, mit der die Jünger Jesu nach dessen Tod davongestoben sind, um die Nachricht vom Tod des Todes, vom Wunder der Auferstehung in alle Welt zu tragen.

[...]

Für mich ist sie bis heute zu spüren, diese Energie, die den Tod als nichtig erachtet. Überall dort, wo Menschen das Leben feiern: Frohe Ostern!“

 

Aus: andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, 01/26, Verlag Andere Zeiten e.V., Hamburg 2026, S. 19.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44180
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SWR Kultur Wort zum Tag

25MRZ2026
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Der Zug ist rappelvoll. Wie immer am späten Nachmittag, wenn alle nach Hause wollen. In einem Vierersitz sind noch zwei Plätze frei, und ich will mich dorthin setzen. Die Dame, die gegenüber sitzt, lässt allerdings ihre Beine lang ausgestreckt und beschwert sich, dass es ja wohl noch andere Plätze in diesem Zug gibt. Aber nicht direkt zu mir, irgendwie an mir vorbei, mehr zu sich selbst. Ich ignoriere ihr Geschimpfe und setze mich auf den Platz. Das mit den Beinen kriegen wir schon hin. So geht es weiter. Eine weitere Dame gesellt sich zu uns. Gleiches Spiel. Dann kann der Zug erst verspätet losfahren und wird immer noch voller. Oh je, sie muss schimpfen. Und als dann das Handy meines Sitznachbarn immer wieder klingelt, und er es nicht hört, weil er schläft, wird in Dauerschleife gemeckert. Einmal versuche ich Kontakt zu ihr aufzunehmen. Zwecklos. Sie schimpft weiter. Und ich werde langsam auch immer ärgerlicher. Was erlaubt sie sich eigentlich? Kann man so unzufrieden sein?
Nachdem sie ausgestiegen ist, sagt die andere Dame in unserer Sitzgruppe: „Vielleicht hatte sie echt einen schlechten Tag“. Rumms, denke ich, erwischt. Wie recht sie hat. Das hätte ich mir besser auch mal gesagt, anstatt innerlich genau so auf sie zu schimpfen, wie sie es laut getan an. Dann war ich nur noch ärgerlich auf mich selbst.
Ich kenne das nämlich. Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich unzufrieden bin, und die anderen das abbekommen. Meistens trifft es meine Familie. Ich habe das Gefühl, alles nicht zu schaffen und bin von den anstehenden Aufgaben völlig überfordert. Und wenn dann alle Kinder gleichzeitig was von mir wollen, dann schimpfe ich los. Oder ich bin gedanklich so beschäftigt, dass ich nicht mal mehr lachen kann. Da hilft nur noch eine klare Ansage, um wieder auf den Boden zu kommen. Meistens schafft es mein Mann, mir wieder klar zu machen, dass alles gut läuft, und wir alles in Ruhe Schritt für Schritt schaffen.
Das hilft mir sehr und zeigt mir jedes Mal wieder, dass mein Leben total reich ist. Und wenn ich Ihnen das so erzähle, wird mir klar, wie dankbar ich dafür bin. Im Lebenstrubel geht das manchmal leider unter. Wie gut, dass es dann Menschen gibt, bei denen ich alles rauslassen kann, und die mich dabei unterstützen, das Schöne zu sehen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44083
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SWR Kultur Wort zum Tag

24MRZ2026
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Was sagt man eigentlich sinnvollerweise, wenn jemand einen lieben Menschen verloren hat? Ich finde das wirklich schwierig, und ich habe mit meiner Freundin Anna darüber gesprochen. Sie hat ihren Mann verloren. Sie ist in einer Trauergruppe, und da gibt es die Kategorie „Trauerfeedback für die Tonne“. Also, womit kann ich als Trauernde nichts anfangen? Was trifft mich sogar? Und dann natürlich auch die Frage: was ist denn gut zu hören, wenn ich trauere? Was brauche ich von den anderen?
Ich habe von Anna gelernt, dass solche Sätze wie: „Zeit heilt alle Wunden.“ oder „Wird schon wieder, es muss ja weitergehen.“ nichts bringen. Im Gegenteil. Das setzt sie als Trauernde sogar unter Druck. So als müsste sie die Trauer möglichst schnell loswerden oder es schaffen, sie loszuwerden. Trauer ist dann vor allem negativ.
Aber Anna erzählt, dass es durchaus ein positives Gefühl ist. Und vor allem ein lebendiges. Denn Trauer zeigt ja, dass die Menschen verbunden sind. Dass es mit der verstorbenen Person schöner war, und sie jetzt fehlt. Was mich überrascht hat: Anna sagt, die Trauer muss gar nicht vorbei sein oder jemals enden. Was sich alle Trauernden aber wünschen: dass es nicht mehr so schwer ist. Die Schwere ist eben schwer zu ertragen. Und dafür gibt es Tipps von ihr, was sie in solchen besonders schweren Momenten braucht. Manchmal ist es einfach gut, wenn jemand sie in den Arm nimmt, wenn sie weint. Oder die Hand auf ihre Schulter legt. Berührung ist für sie schön. Vorsichtig und achtsam tut ihr das gut. Oder Sätze wie: „Ich sehe, dass es schwer ist für dich. Ich hoffe, dass es besser wird.“ oder auch die Zusage „Es wird sich verändern.“ Schön ist auch, wenn andere sich gemeinsam mit ihr an ihren Mann erinnern. Oder wenn Leute zugeben, dass sie hilflos sind: „Ich weiß jetzt ehrlich gar nicht, was ich sagen soll.“ Dann kann Anna darauf eingehen oder nicht. Aber sie weiß, dass die Person ihre Situation bemerkt und darauf achtet.
Anna sagt, dass Trauer für sie auch was Spirituelles hat. Nämlich dann, wenn sie die Welt mit den Augen ihres verstorbenen Mannes sieht. Es gibt viele Situationen, in denen sie genau weiß, wie er sie sehen und einordnen würde, wie er reagieren würde. Sie spürt dann, dass er in ihr ist, dass sein Wesen, sein Geist da ist. Diese tiefe Verbindung tröstet sie.

Trauer ist schwer, aber auch dynamisch und lebendig. So wie wir Menschen eben. Und Trauer zeigt, dass die Verbindung zwischen Himmel und Erde immer besteht. Und das sollte gewürdigt werden. Mit sorgsam gewählten Worten und Gesten.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44082
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SWR Kultur Wort zum Tag

23MRZ2026
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Micha hat Hass erlebt. Hass im Netz. So einen richtigen Shit-Storm. Er hat in einer Verkündigungssendung, so wie dieser hier, gesagt, dass es ihn regelrecht anwidert, wie Menschen mit anderen Menschen umgehen. Weil sie beispielsweise anders aussehen, gleichgeschlechtlich lieben oder aus einem anderen Land zu uns gekommen sind. Micha hat das als Hass bezeichnet und gezeigt, dass es möglich ist, dem etwas entgegenzusetzen – nämlich z.B. indem er im Radio seine Haltung klar gemacht hat.

Und was dann passiert ist, das war Hass pur. Ganze Netzwerke, Gruppierungen und Bewegungen aus einer bestimmten politischen und ideologischen Richtung haben in den sozialen Netzwerken auf ihn eingedroschen. Zutiefst persönlich, teilweise unter der Gürtellinie und teils strafrechtlich relevant. Tausende von Kommentaren, Beiträgen und sogar Emails.

Das ist so einfach. Ein Klick und ich habe meine Meinung ungefiltert und unreflektiert rausgehauen, ohne Rücksicht auf Verluste. Einfach auch, weil ich der Person dabei nicht ins Gesicht sehen muss.

Was dagegen hilft? Naja, Stürme ziehen vorüber. Auch shitstorms. Und es hilft natürlich auch, sich Hilfe zu holen, Anwaltskanzleien einzuschalten um ggf. rechtlich gegen bestimmte Kommentare vorzugehen.

Micha war fix und fertig. Er hat ziemlich bald keinen einzigen Kommentar mehr gelesen, zu persönlich und manchmal beängstigend war das, was da geschrieben wurde.
Was ihm unheimlich Kraft gegeben hat, war, wenn andere sich solidarisch mit ihm gezeigt haben. Viele viele haben ihn online unterstützt und ihm gezeigt, dass er mit seiner Denke nicht alleine ist.

Wenn das zu einer Bewegung wird, ist das ein Love Storm. Ein Liebessturm. Und das ist es, was hilft. Wenn sich viele zusammenschließen und viele Herzchen-Emojis und bestätigende Worte senden. Flutet das Netz mit Liebe – das ist das Motto der Love Storms.

So ein Liebessturm entspricht zutiefst meiner christlichen Überzeugung. Manchmal hilft nichts mehr, außer Liebe. Dann kann ich nur noch zeigen, dass wir als Menschen miteinander verbunden sind, wenn ich Herzchen sende oder ein bestätigendes „Jawohl!“ Klingt vielleicht naiv, ist aber online oft die einzige Möglichkeit zu reagieren, wenn andere überreagieren und respektlos werden.

Die Evangelische Jugend Bayern hat das jüngst gemacht. Im Vorfeld der Kommunalwahlen haben sie die Kandidaten der demokratischen Parteien mit Liebe unterstützt, wenn Hass unterwegs war. Sie haben ganz viele love trolls gesucht und gefunden. Das sind Menschen, die untereinander vernetzt sind und die -wenn nötig- das Netz mit Liebe fluten. Sie wollen nicht einfach ohnmächtig zusehen, wenn jemand fertiggemacht wird. Sie setzen alles dagegen, was sie haben: Liebe!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44081
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