Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Die drei Töchter eines Kaufmannes können nicht heiraten, weil der Familie das nötige Geld für die Mitgift fehlt. Das war im vierten Jahrhundert. Verzweifelt und traurig wissen sie weder ein noch aus. Sogar an Prostitution denken sie, nur um irgendwie an Geld zu kommen. Davon erfährt der Bischof der Stadt Myra. Bischof Nikolaus. Wo immer er kann, versucht er zu helfen, Not zu wenden und Freude zu verbreiten. So auch bei den Mädchen. Zufällig hat er geerbt und so wirft er heimlich an drei Nächten eine Kugel Gold durch das geöffnete Fenster der Töchter. Die Freude ist groß. Die jungen Frauen können standesgemäß heiraten.

Nikolaus schenkt. Unerkannt. Überraschend. Ohne auch nur die geringste  Gegenleistung zu erwarten. Dafür ist er bis heute bekannt und beliebt. Ich mag die Geschichten, die sich um den Heiligen Nikolaus ranken. Und ich finde es klasse, dass in vielen Familien auch heute noch der Nikolausabend heilig ist. Da ist Zeit für Geschichten und Nikolauslieder. Für die ersten Plätzchen, für Mandarinen und Nüsse. Irgendwie liegt so ein Glanz auf diesem Abend. Vor allem, wenn ein lieber Mensch als Nikolaus vorbeikommt. Gedichte oder Lieder vorgetragen werden und die ein oder andere Überraschung aus dem Nikolaussack geholt wird. Oder aber ganz geheimnisvoll für jeden eine Nikolaustüte vor der Tür steht. Einfach so. Wie gut, dass Bischof Nikolaus bis heute dafür sorgt, dass wir uns Zeit füreinander nehmen und uns freuen können über nette Überraschungen. Damit lässt Nikolaus uns ganz nebenbei spüren, was uns guttut: erzählen, singen, lachen und erleben. Wir gehören zusammen.

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