Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Kleider machen Leute. Aber manchmal machen Leute auch was mit Kleidern. Wenn  zum Beispiel jemand sein letztes Hemd gibt. Dann heißt das so viel wie:
Da bringt sich jemand wirklich ein. In der Leidensgeschichte Jesu, an die wir in dieser Woche vor Ostern erinnert werden, macht auch jemand was mit seinen Kleidern. Er zerreißt sie – und zwar ganz und gar.

Die Bibel erzählt, dass Jesus verhaftet und zuerst zu der höchsten jüdischen Instanz dem Hohenpriester gebracht wird. Dort treten allerhand falsche Zeugen auf, die sagen gegen Jesus aus, aber nichts wird vorgebracht, was zu verurteilen wäre. Schließlich geht es um die entscheidende Frage, ob Jesus nämlich von sich behauptet, der Messias zu sein, der Heilsbringer, der die Welt rettet und den Himmel auf Erden schafft, ob er der ist, auf den das Volk wartet schon ewig und immer. Also fragt der Hohepriester:

„Bist Du der Christus, der Sohn Gottes?“ Und Jesus antwortet: „Du sagst es.“
Da zerreißt es den Priester schier, er verliert die Fassung, er ist außer sich, er wird rasend und wütend und zerreißt vor aller Augen seine Kleider. Das ist in der jüdischen Kultur eine demonstrative Ansage. Da steckt Zorn, Wut, Entsetzen und absolute Distanz drin. Das verstehen alle.

Alle warten zwar seit Generationen auf den kommenden Messias, aber dass er vor ihnen stehen könnte, das geht ihnen dann aber doch zu weit. Wenn Jesus die Lösung sein soll, dann wollen sie doch lieber das Problem behalten-und weiter im Warteraum der Zukunft der Dinge harren,  die da kommen sollen- irgendwann.

Jesus ist der Christus! Das wird später die erste und bedeutendste Bekenntnisformel der Christen werden. Das ist die Grundlage für den neuen Glauben, an einen, der sein letzte Hemd gibt für seine Leute, damit sie spüren und verstehen, dass Gott Liebe ist und bei seinen Menschen wohnen will.

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