Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

Das Lied zum Sonntag ist heute kein klassisches Kirchenlied, sondern ein Song von Leonard Bernstein. Es stammt aus einer musical-artigen Messe. Bernstein war Pianist, hat dirigiert und komponiert – ein wahres Multitalent. Seine Botschaft heißt „Musik ist gar nicht so schwierig, wie du denkst“. Und mit diesem Song möchte er wohl sagen: Mach deinen Glauben an Gott nicht so kompliziert. Sing dem Höchsten ein schlichtes Lied, so wie früher die Psalmensänger: „Sing God a simple Song“. 

 

Musik 1                Sing God simple Song: Lauda, laude,

                            Make it up as you go along, Lauda, laude,

                            Sing like you like to sing.

                           God loves all simple things,

                           For God is the simplest of all. 

Übersetzt heißt das: „Gott liebt alle einfachen Dinge, denn er selber ist ganz einfach, einfacher als alles andere“. Stimmt das eigentlich: „God is the simplest of all“? Ich weiß es nicht. Als Theologe denke ich über Gott nach. Und manchmal verstricke ich mich regelrecht im Gewirr meines Denkens. Wie in einer höchst komplexen Musik, die mich überfordert, weil ich gar keine Melodie mehr höre. Auch solche Musik hat Bernstein in seiner musical-artigen „Messe für Sänger, Spieler und Tänzer“ komponiert: wirr, komplex und kompliziert: 

Musik 2                  L. Bernstein: „Kyrie“ aus „Mass“   

Mir gefällt auch diese Musik! Ich habe großen Respekt vor jedem, der so etwas singen und spielen oder sogar erschaffen kann. Manchmal denke und – schlimmer noch – manchmal glaube ich so, wie diese Musik klingt: kompliziert. Gott ist vielleicht ganz einfach. Aber auf meinen Wegen, ihn zu suchen, gibt es oft Umwege, Sackgassen und Irrwege. Und dann sehne ich mich nach einem einfachen Lied, wie es Leonard Bernstein gelungen ist. 

Musik 3                  L. Bernstein: A Simple Song: “Blessed is the man …”  

Blessed is the man who loves the Lord,

Blessed is the man who praises Him

Lauda, lauda, laude

And walks in His ways. 

Übersetzt heißt es im Text: „Glücklich, ja selig ist, wer Gott liebt und auf seinen Wegen geht; Lauda, lauda, laude …“ – Ein einziges Wort wird immerzu wiederholt: 

Musik 4                  „Lauda, lauda, laude …“               

… fast lallend, wie aus Kindermund, klingt dieses Lob Gottes. Eine Stimme fängt an, und die anderen können es kaum erwarten, bis auch sie dran sind und ein großer Klang entsteht: viele Stimmen, die den einen Gott loben. Wie eine Himmelsmusik, die gar nicht mehr aufhören will: 

Musik 5                  L. „Secret Songs“ aus „Mass“:

Kanon „Lauda, lauda, laude …“        

Aus dem einfachen musikalischen Thema entsteht ein mächtiger Klang. Leicht und zugleich kraftvoll. So leicht wie in dieser Musik geht es meistens nicht zu in meinem Leben. Gerade ärgere ich mich über die vielen Fehler, die noch zu korrigieren sind im Buch, das ich gerade schreibe. Die Einfachheit ist gar nicht so einfach, im Leben nicht und auch im Glauben. Aber Leonard Bernsteins „simple Song“ bringt mich der Einfachheit vielleicht wieder einen Schritt näher. Jeden Tag – „all of my days …“ – „… sing God a simple song“, spielt am Ende nochmals die Flöte, damit ich es ja nicht vergesse. 

Musik 6                  Leonard Bernstein: „Sing God a simple Song all of my days …“ 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26610

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.
  • offensichtlichen Missbrauch von Klarnamen enthalten

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen