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SWR3 Gedanken

Jetzt im Dezember ist selbst die Nachttischlampe noch zu hell nach dem Aufwachen. Das Licht blendet und tut weh. Meine Augen brauchen eine Weile, um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Trotzdem - wonach ich mich vor allem sehne in dieser dunklen Jahreszeit ist Licht, weiches Licht.
Kein Wunder, dass jetzt Kerzen Hochkonjunktur haben! Kerzenlicht hellt auf, aber blendet nicht. Kerzen machen die Dunkelheit erträglich ohne die Augen zu reizen.
Jetzt in der Adventszeit brennen schon morgen an vielen Frühstückstischen Kerzen. Und jedes Mal, wenn ich eine Kerze anzünde, meinen Lichthunger stille, verbinde ich das mit der Geburt eines Kindes vor 2000 Jahren.

Mit dem Schrei jenes Neugeborenen in einem kleinen Ort in Israel ging ein Licht auf, das noch immer zu ahnen ist. Die Geburt Jesu lässt ihr Licht bis in unserer Zeit hinüberstrahlen.
Es ist kein grelles Licht, vor dem wir schnell die Augen schließen müssten. Mit dem Kind Jesus werden unsere Augen geschont, Was Jesus den Menschen an Heilung und Hoffnung gegeben hat, war nie grelle Sensation. Eher so, dass die Menschen in sich selbst ein Licht gespürt haben, das sie weitergeben wollten. Durch die Jahrtausende transportieren Menschen so die Hoffnung, dass uns in dem Menschen Jesus Gottes Licht begegnet. Ein warmes Licht gegen all die Kälte zwischen Menschen. Ein sanftes Licht gegen all die Zurschaustellungen um uns. Ein lebendiges Licht gegen den Tod und die Angst.
Das Licht, das uns von Jesus her scheint, hellt unser ganzes Leben auf. Da können wir gar nicht genug Kerzen aufstellen und anzünden.

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