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SWR3 Gedanken


Die kleine Emma hat ein Springseil. Hat sie zu Weihnachten bekommen. Seitdem übt sie mit dem Springseil. Hüpft mit Schwung auf und nieder, während das Seil sich dreht. Aber dann gerät sie ins Stocken. Weil sie sich mit ihren kleinen Füßen verheddert oder den richtigen Rhythmus verliert. Dann schmeißt die kleine Emma das Seil in die Ecke und will nichts mehr damit zu tun haben.

Ich hebe das Springseil auf und denke: Es ist wirklich gar nicht so einfach, den richtigen Rhythmus zu finden. Wenn man ihn hat, läuft alles wunderbar. Ohne dass man groß darüber nachdenken muss. Aber dann kommt der Moment, wo’s hängt. Wo man sich verheddert oder aus dem Rhythmus kommt. Und am liebsten alles hinschmeißen möchte.

Eine Bekannte zum Beispiel ist berufstätig und hat drei Kinder. Mit ganz viel Schwung organisiert sie ihren Alltag, der die meiste Zeit auch einigermaßen rund läuft. Aber wehe, eines der Kinder wird krank. Dann kommt das ganze Alltagsgefüge ruckzuck aus dem Rhythmus. Und von Zeit zu Zeit ist meine Bekannte mit ihrer Kraft reichlich am Ende und möchte am liebsten alles hinschmeißen und nur noch davonlaufen.

Was macht die kleine Emma? Die schleicht ein paar Tage um das Seil herum, wartet auf einen unbeobachteten Moment und fängt einfach wieder an. Immer und immer wieder. Bis das Seil sich dreht und ihr Körper sich in den Rhythmus einfindet. Bis alles rund und glatt läuft.

Und so ist es nun mal. Manchmal ist das Leben wie ein leichtes Auf und Ab und manchmal so, dass man alles hinschmeißen möchte. Aber dann liegt es da, das Leben. Wie das Springseil. Wartet darauf, dass man es eben wieder probiert. Dass man nicht aufgibt. Dass man wieder zurückfindet in den richtigen Rhythmus. Und wenn man das alleine nicht schafft?

Dann gibt es Gott sei Dank gute Worte, die Mut machen und neuen Schwung geben. Wie zum Beispiel die, die in der Bibel stehen. Da spricht Gott: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Ich helfe dir. Ich halte dich bei meiner rechten Hand.“
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