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SWR3 Gedanken

Haben Sie es gemerkt?
Das waren nun die kürzesten Nächte dieses Jahres.
Und heute ist einer der längsten Tage.
Schon morgen könnten Sie, wenn Sie ganz genau hinschauen
und hinfühlen, merken: Jetzt wird es wieder früher dunkel.
Klar, so richtig spürt man es kaum –
die Sommerzeit verrückt uns ja das Zeitgefühl um eine ganze Stunde.
Und natürlich sind wir längst nicht mehr wirklich angewiesen darauf,
dass es möglichst lange hell bleibt,
weil wir sonst im Dunkeln sitzen müssten
oder eben schlafen gehen.
Aber irgend etwas bewegt die meisten doch,
wenn sie jetzt an die Sonnenwende denken.
Es ist die Gewissheit, dass die Wärme des Sommers zu Ende geht -
war ja sowieso wenig genug, bisher.
Dass Kälte und Dunkelheit wieder über uns herfallen werden;
manche denken sicher auch daran, dass weiter steigende Öl- und Gaspreise
den kommenden Winter zu einem der teuersten überhaupt machen könnten.
Das sind trotzdem eher Nebensachen –
oder vielmehr sind es Puzzle-Stückchen zu einem Bild,
das tief in jedem Menschen drinsteckt.
Jeder Mensch weiß irgendwie,
dass das Leben irgendwann zu Ende gehen wird
– auch das eigene Leben.
Und wenn es noch so schön und so lang,
noch so warm und so hell sein mag:
Ein Schatten von Tod, Abschied und Kälte steht eigentlich immer nebenan.
Nicht, dass ich mir oder Ihnen damit Angst machen will;
ich finde es wichtig, den Sommer zu genießen
und die kurzen Nächte und die langen Tage auch zu feiern –
auch die Mittsommernacht oder die Johannisnacht gestern Abend.
Ich kann das, weil ich ganz im Inneren einfach sicher bin:
Ob ich jetzt die Wärme genieße oder ob mich die Kälte ergreift –
eigentlich ist GOtt mir ganz nah mit seiner Liebe.
Die spüre ich als Licht und Wärme im Sommer -
und bin ganz sicher, dass sie mich festhalten wird,
wenn einmal die Kälte kommt.
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