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SWR3 Worte

Ich habe lange gebraucht, um das Wort „Gott“ wieder ohne Scheu und Vorbehalte in den Mund nehmen zu können. Meine Beziehung zu Gott war – wie bei vielen jungen Menschen – zunächst geprägt von Abgrenzung, Revolte und Provokation. Ich trennte nicht sauber zwischen Gott und jenen Göttern oder Götzen, von denen ich in einem Liedtext wünschte, sie mögen zugrunde gehen, wenn wir „endlich gottlos“ würden. Ich machte Gott für Kriege, Erdbeben und Hunger, die Sexualmoral des Vatikans und die Politik der CSU verantwortlich – und für das schlimmste „Verbrechen“: die Tatsache, dass es so etwas wie Regeln und Grenzen gibt.
Aber von Anfang an sah ich Gott auch als denjenigen, der in mir sang, der in mir Melodien komponierte, Gedichte schrieb, atmete, lebte und liebte...

Konstantin Wecker: Gott wieder finden

in: Vorwort zu Thomas a Kempis, Nachfolge Christi zitiert aus: Rheinischer Merkur Nr. 17, 26.04.2007
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3602