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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

15JAN2022
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Ich mache  so gut es geht nur noch Dinge, die mir Spaß machen. Das hatte ich mir zu Beginn des zweiten Corona-Winters selbst versprochen. Spaß gemacht hat es, das neue Asterixheft zu lesen. Und auf jeden Fall macht es Spaß, heute davon zu erzählen.

„Latürnich“. Fans wissen, in welcher Geschichte dieses Wort fällt. Ja, ich liebe diese unbeugsamen Gallier und das schon seit Kindertagen. Ich habe mir überlegt, woher dieses zeitlose Interesse und dieses Vergnügen kommen könnten. Die Welt wird unbestritten immer komplizierter und unübersichtlicher. Und da stemmen sich zwei unbeugsame, sympathische Männer, der eine klein und listig, der andere groß und stark, zusammen mit ihrem ganzen Dorf gegen alles, was ihnen in die Quere kommt. Und sie lösen all ihre Probleme, indem sie zusammenhalten und – bei Teutates- dank des Zaubertranks ihres Druiden Miraculix.

„Latürnich“. Und am Ende wird alles gut. Man versammelt sich zu Hause mit allen Freunden, es wird gegessen und getrunken und ein Fest wird gefeiert. So endet jedes ihrer Abenteuer. Schöner geht es nicht. Und einfacher auch nicht. Es ist die „beste aller Welten“ die hier gezeigt wird. Das ist die Erfolgsbotschaft seit über 60 Jahren. Und die funktioniert bis heute. Zumindest mal in den 45 Minuten, die ich brauche, um die immer gleiche Anzahl von 48 Seiten durchzulesen und mich königlich zu amüsieren. Um damit –ganz ohne Zaubertrank- wieder etwas Energie und Lebensfreude zu tanken für die trüben Zeiten, die wir durchleben. Wenn wir dann, wenn das Leben mal wieder einigermaßen normal geworden ist, mit den Piraten, die ja in fast jedem Band geentert, verprügelt und versenkt werden - wenn wir mit denen sagen können: „Sie haben uns nicht untergekriegt!“, dann haben wir doch etwas erreicht. Und der Himmel, der fällt den Galliern und uns sowieso nicht auf den Kopf – der geht immer wieder über uns allen auf. Daran glaube ich als Christ ganz fest.

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