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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

14JAN2022
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Zigarre im Mund, Zeige- und Mittelfinger hoch gestreckt, in V- Form gespreizt – V für „Victory – Sieg“. So sieht man Winston Churchill, den Premierminister in England während des zweiten Weltkriegs oft auf Fotos. 

Das V für „victory“ kennt auch heute noch fast jeder. Ich glaube Winston Churchill hat genau gewusst, was dieses Zeichen auslösen kann. Einfache Symbole können nämlich eine große Kraft entfalten. Je mehr Menschen es kennen und verwenden, umso größer wird seine Wirkung. Das gilt für das Victory-Zeichen ganz besonders.

Am 14. Januar 1941 ist es in einer englischen Radioansprache den Menschen auf dem Kontinent empfohlen worden. Vor allem den Menschen in den Ländern, die von den Nazis besetzt worden waren. Kurz und ganz schnell auf Hauswände und Straßen gemalt oder auf deutsche Wehrmachtsfahrzeuge, sollte es ein Widerstandssymbol sein gegen die  Besatzer. Bei den Franzosen, Briten, Holländern und Belgiern wurde es so populär, dass es sogar optisch und musikalisch verwendet wurde. Flugzeuge blinkten dreimal kurz und einmal lang, das Morsesignal für  „V“. Und sie ahmten die ersten Takte von Beethovens 5. Symphonie nach – römisch ein V für fünf – dadada daa.

Schön finde ich, dass sich die Bedeutung des  V nach dem Krieg verändert hat. Es wurde zum „Love and peace“ - Zeichen der Hippiegeneration. Und auch heute hebt man die beiden Finger und sagt: „Freundschaft“, macht Friedensangebote. Leicht abgewandelt, die beiden Finger aneinander gelegt, die Hand erhoben, so sieht man oft Jesus dargestellt. „Der Friede sei mit dir“ steht als Gruß dahinter. Wie gesagt: Symbole haben starke Kraft und sind so einfach anzuwenden. Dass die Welt friedlicher wird –  dafür kann man schon mal zwei Fingern heben und dann etwas tun.

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