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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

07DEZ2019
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In einem Gespräch sagt eine Bekannte auf einmal: „Jetzt kann nur noch ein Wunder helfen“. Sie weiß einfach nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Mit ihren Kräften ist sie am Ende. Viele Sorgen lasten auf ihren Schultern. Ein Wunder soll da helfen?

Als Wunder bezeichnen wir etwas, das wir uns nicht erklären können. Worüber wir nur staunen und, wie wir sagen, uns wundern können. Etwas, das unerwartet passiert und eine Situation zum Guten hin verändert. Ein Wunder hilft, heilt, beschützt. Die Bibel kennt ganz unterschiedliche Wunder. Aber immer steht im Mittelpunkt, dass Menschen durch ein Wunder erkennen: Gott wirkt. Oft unerwartet. Nicht zu erklären. Überraschend. Ich denke an Heilungsgeschichten in der Bibel: Der blinde Bartimäus, der nach der Begegnung mit Jesus wieder sehen kann. Ich denke an den Gelähmten, den Jesus heilt. Oder an die Hochzeit zu Kanaan, als Jesus Wasser zu Wein verwandelt. Für mich sind es Erzählungen, die im Kern deutlich machen: Gott will das Gute für die Menschen. Mir tun diese Wundergeschichten gut. Weil sie mich stärken, wenn ich nicht weiter weiß. Sie stärken mein Vertrauen, dass es irgendwie gut ausgehen wird mit meinem Leben. Sie stärken meinen Glauben an das Gute. Dass es stärker sein wird als Sorgen und Leid. Vielleicht ist das schon das eigentliche Wunder: Wenn ich mich lösen kann aus meiner Angst. Nicht aufgebe, sondern nach vorne schaue. Wenn ich darauf vertraue, dass Gott auch in meinem Leben wirkt. Letztlich das Gute will. Das tröstet und trägt. Über meine Bekannte kann ich nur staunen. Sie gibt nicht auf. Jeden Tag fasst sie neuen Mut. Vertraut und packt an, was geht.

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