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SWR3 Gedanken

Was habe ich vergangene Nacht nur für einen Unsinn geträumt. Mit diesem Satz kam meine Frau neulich morgens in die Küche. Von unserer Familie handelte ihr Traum, in freilich völlig absurden Situationen. Träume sind Schäume, Hirngespinste, Produkte unserer Phantasie, sagt man. Und doch beschäftigen sie uns oft mehr, als wir vielleicht zugeben möchten. Wissen wir doch, dass sie eigentlich zutiefst mit uns selbst zu tun haben, unseren Wünsche, unseren Ängsten, den Geschichten, die wir tagsüber so erlebt haben.
In vielen Geschichten der Bibel wird erzählt, wie Menschen ihre Träume sogar als einen Wink Gottes deuten. Immer wieder wird dort Wichtiges und Wegweisendes im Schlaf vermittelt. Da erfährt Abraham in einem Traum, was seiner Familie in jenem Land, das ihnen Gott verheißenen hat, alles widerfahren wird. Da wird dem Josef die Geburt seines Sohnes Jesus im Traum gedeutet. Für die biblischen Figuren war schnell klar, dass Gott zu ihnen gesprochen hatte. Wir aufgeklärten Menschen sind da zurückhaltender und jemand, der nachts Stimmen wahrnimmt, erscheint schon eher psychatrieverdächtig. Wenn Gott für uns jedoch nicht nur eine ferne Idee ist, sondern eine Wirklichkeit, die auch in den alltäglichen Dingen unseres Lebens erfahrbar wird, warum sollte er das nicht auch im Traum sein. Dann könnte nämlich durchaus, wie für Abraham oder Josef in der Bibel, auch für uns unser Alltag, der uns in Traumbildern noch einmal gespiegelt wird, zur Begegnung mit Gott werden.

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