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SWR4 Abendgedanken

Achtung meine sehr geehrten Damen und Herren, unser Ufo hebt jetzt ab. Wir waren in einem großen Freizeitpark. Und das „Ufo“ war eine Aussichtsplattform, die an so einem Turm, wie ein Aufzug hochfährt.

Oben dann eine traumhafte Aussicht über den ganzen Park und die Landschaft drumherum. Wie so oft hat man von oben einen viel besseren Überblick. Es wird einem alles viel klarer. Ach so geht der Weg. Ach da hinten ist der Marktplatz. Wow, mir war gar nicht klar, dass das Stadion doch so nah am Zentrum steht … . Es sieht einfach alles anders aus, wenn man sich die Welt von oben anschaut. Da stehe ich buchstäblich über den Dingen

Ich meine, wenn ich in meinem Alltag durch die Straßen laufe, dann kommt mir alles so groß vor. Und die Übersicht fehlt. Man sieht nicht, wie es hinter der nächsten Kurve weiter geht. Das macht die Wege kompliziert. Das ist nicht nur ganz wörtlich so. So geht es mir auch manchmal in meinem Alltag. Vor allem dann, wenn z.B. heikle Entscheidungen anstehen. Es irgendwo einen Konflikt gibt. Oder ich vor einer schier unlösbaren Aufgabe stehe. Das ist dann manchmal wie in dem berühmten Hamsterrad. Wo man läuft und läuft, aber am Ende nur erschöpft ist und keinen Schritt weitergekommen.

Genau diese Situationen hat Jesus auch gekannt. Nur zu gut. Immer wieder hat er sich deshalb die Zeit genommen und ist alleine auf einen Berg gestiegen. und hat gebetet.

Hinaufsteigen, sich Zeit nehmen und beten, das war für Jesus so etwas wie ein Aussichtsturm. Das hat ihm die Chance gegeben, mal alles von oben zu betrachten. Alles mit mehr Übersicht anzuschauen. Und er war dabei nicht allein. Er hat gebetet.

Reden mit Gott hilft. Man muss nicht unbedingt auf einen Berg steigen oder mit dem Ufo auf einen Turm fahren. Beten geht immer. Mir hilft das einen anderen Blickwinkel auf meinen Alltag zu kriegen. Den Blick von oben. Bei manchen Problemen zu merken: Von oben betrachtet sieht es gar nicht mehr so schwierig aus. Es gibt einen Weg, den ich unten nicht gefunden hätte. Und ich spüre: Wer betet ist nie ganz allein.

 

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