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SWR3 Gedanken

Schwester Gitta war so ganz anders als viele Nonnen.
Ein Vollweib, eine – bitte um Vergebung: knackige junge Frau…
Die Männer in unserem Fortbildungskurs standen auf sie.
Sie hatte so eine – ja: auch erotische Ausstrahlung;
und damit mischte sie die ganze Gruppe auf.
So eine muss auch Teresa von Avila gewesen sein -
jedenfalls in den ersten zwanzig Jahren ihres Klosterlebens.
Sie war – das erzählt sie selbst – ins Kloster gegangen,
weil sie frei sein wollte, keine unterdrückte Ehefrau -
wir sind, muss man bedenken, in Spanien und im 16. Jahrhundert.
Und das Kloster ließ ihrem Charme und ihrer Eleganz
offensichtlich den nötigen Spielraum.
Man soll sich darum gerissen haben, mit ihr sprechen zu dürfen.
Teresa hat das genossen –
und andererseits hat es sie wohl krank gemacht.
Immer wieder, immer schlimmer.
Ich bin gefallen und wieder aufgestanden – aber leider nur,
um bald wieder zu fallen – so beschreibt sie selber diese Zeit.
Bis Jesus ihr gezeigt hat,
wie sinnlos ihr Leben gewesen war bis da hin.
Und um was es eigentlich gehen musste:
Um eine Ruhe, innerliche und äußerliche Ruhe,
in der die Seele mit ihrem Freund Jesus sprechen kann.
"Gott hat sich mir zu erkennen gegeben als guter Freund,
der jederzeit zu sprechen ist." Wieder Teresa.
Bei Nacht und Nebel rückt sie mit einigen Schwestern
aus dem Kloster aus und besetzt ein verfallenes Haus in der Nachbarschaft.
Das wurde ihre erste Klostergründung. Über zwanzig kamen noch nach.
Arm sollten die Schwestern sein – und von ihrer eigenen Arbeit leben;
und beten beten beten.
Nicht nur in der Kapelle, übrigens:
Wenn das Leben euch viel äußere Tätigkeit abverlangt,
dann wisst, falls es sich um die Küche handelt,
dass Gott auch zwischen Pfannen und Kochtöpfen zugegen ist.
Sie war eben immer bereit, dass Gott sie ansprechen kann.
Ich weiß nicht, was Sie gerade tun:
Aber auch da ist Gott dabei!
Und wenn Sie Teresa heißen oder Resi: Glückwunsch zum Namenstag!
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