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SWR3 Gedanken

Der barmherzige Samariter. Das ist der Typ, der für Hilfsbereitschaft steht und christliche Nächstenliebe. Weil er einem Mann geholfen hat, der unter die Räuber gefallen ist. Seine Geschichte steht in der Bibel.

Jesus erzählt vom barmherzigen Samariter, weil sie Leute ihn fragen: Nächstenliebe ist ja schön und gut, aber wer ist denn mein Nächster? Wem soll ich helfen? Ich kann ja schließlich nicht allen helfen.

Denen erzählt Jesus die Geschichte vom Samariter. Der kommt mit seinem Esel zufällig an einem Mann vorbei, der schwer verletzt im Straßengraben liegt. Eigentlich hat er es eilig, aber er fackelt nicht lang. Packt den Mann auf seinen Esel und bringt ihn zur nächsten Rettungsstation. Dann geht er weiter.

Das, sagt Jesus, ist Nächstenliebe. Der Samariter war für den Verletzten der Nächste. Obwohl er von seiner Religion und seinem Volk her eher ein Fernster war. Zwischen Samariter und Israelis herrschte nämlich Feindschaft oder mindestens ein gepflegtes Misstrauen. Aber das spielt für ihn keine Rolle. Er wird trotzdem zu einem Nächsten.

Diese Geschichte ist mir wieder eingefallen, als ich die von den drei Syrern gehört habe, die ihren eigenen Landsmann überwältigt und der Polizei ausgeliefert haben. Sie wollten ihm eigentlich ein Nachtlager anbieten, aber als sie erfahren haben, dass sie einen gefährlichen Attentäter bei sich beherbergen, haben sie ihn gefesselt und der Polizei übergeben. Die Solidarität mit ihrem eigenen Landsmann war ihnen nicht so wichtig wie der Wunsch, Leben zu retten. Leben von möglichen Bombenopfern. Vielleicht von uns. So sind sie uns zu Nächsten geworden, zu Samaritern. Als Ausländer und Andersgläubige, sind sie zum Inbegriff christlicher Nächstenliebe geworden, von der Jesus sagt: Geh hin und tue desgleichen.

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