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SWR3 Worte

Wie man vor 1600 Jahren über Freundschaft gedacht hat, erfahren wir durch den Theologen Augustin. Er schreibt:

Miteinander reden und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen. Zusammen schöne Bücher lesen, sich necken dabei, aber auch einander Achtung erweisen. Mitunter sich auch streiten, ohne Hass, so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut, manchmal auch in den Meinungen auseinandergehen und damit die Eintracht würzen. Einander belehren, voneinander lernen, die Abwesenden schmerzlich vermissen, die Ankommenden freudig begrüßen: lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die aus dem Herzen kommen, sich äußern in Miene und Wort und tausend freundliche Gesten und wie Zündstoff den Geist in Gemeinschaft entflammen, so dass aus den Vielen eine Einheit wird.

 

Aus: Hol dir einen Stern vom Himmel von Anton Lichtenauer, Herder-Verlag, Freiburg, 2009, S. 176

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