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SWR3 Gedanken

Schon mal veganen Puten-Hackbraten gegessen? Oder Tofubraten mit Rosenkohl?
Klingt erst mal - sagen wir: gewöhnungsbedürftig.
Für Katalin sind das Routinerezepte, nicht nur heute am Weltvegetariertag.
Die 35jährige Fotografin ist seit 12 Jahren Vegetarierin und das aus gutem Grund.
Seit ihrem Auslandsjahr in Brasilien ist ihr der Appetit auf Fleisch vergangen: In Brasilien wurde in den letzten Jahren die Anbaufläche für Futtermittelsoja verdreifacht. Dafür wurden große Flächen Regenwald gerodet und Kleinbauern vom Markt gedrängt. Das Ergebnis: eine verarmte Landbevölkerung und eine katastrophale Ökobilanz.
Für ein Kilo deutsche Kuh braucht man bis zu 16 kg Getreide als Futtermittel aus Übersee. Unschwer zu erraten, was mehr Menschen sättigt und Landschaften besser schont.
Der Weltvegetariertag ist zwar kein kirchlicher Feiertag. Trotzdem gehört es für Katalin ganz selbstverständlich zu ihrem Glauben, darüber nachzudenken, wie sich ihr Alltagsverhalten auf unsere Erde auswirkt.
Ich als Christin bin ebenfalls überzeugt, dass wir neben der Verantwortung für die Schöpfung noch etwas anderes übertragen bekommen haben: die Intelligenz und Kraft Dinge zum Guten zu ändern.
Was ich in den letzten Jahren an Skandalen gehört und gesehen habe, bei denen es um Tierhaltung und Fleischverarbeitung ging, reicht mir völlig.
Ich finde: solange es keine echten Alternativen zu Massentierhaltungen und Überzüchtungen gibt, solange die Menschen auf der einen Erdhälfte hungern, damit die auf der anderen billiges Fleisch essen können, ist es für alle, die denken und glauben können nur recht und billig auf Fleisch zu verzichten.
Wie wär's also heute mit Gemüseauflauf?
Katalins veganen Putenhackbraten können Sie sich ja für Weihnachten vornehmen.

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