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SWR4 Abendgedanken

Heute ist der Welttag der Poesie. Ich mag Gedichte, egal ob sie gereimt sind oder nicht. Sie bringen konzentriert auf den Punkt, was man in Reden weitschweifig erklären müsste. Gedichte lassen Bilder vor meinen Augen entstehen und sie wecken Gefühle. Was mir einer mit nüchternen Worten berichten könnte, geht mir bei Gedichten zu Herzen.
Darum gefallen mir einige Gedichte aus der Bibel sehr. Die Psalmen sind solche Gedichte. Psalm 104 beschreibt passend zum Frühlingsanfang die Schöpfung Gottes:
1 HERR, mein Gott, ... 10 Du lässest Wasser in den Tälern quellen, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen,
11 dass alle Tiere des Feldes trinken und das Wild seinen Durst lösche.13 Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.
Gott schenkt Fruchtbarkeit in der Natur. Das sagen mitr diese Verse. Das war und ist ja nicht immer so. Da hat es Anbetung von selbstgemachten Fruchtbarkeitsgöttern gegebe. Der Psalmist macht klar, der Schöpfer der Welt ist auch der Schöpfer der Fruchtbarkeit. Und er dichtet weiter:
14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brot aus der Erde hervorbringst, 15 daß der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.
Diese Fruchtbarkeit ist also für uns Menschen gedacht. Gott sorgt dafür, dass  unsere Grundbedürfnisse befriedigt werden. Zum Beispiel eben, dass wir genug zu essen und zu trinken haben.
27  Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit so der Psalm weiter.
28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
Mir gefällt dieser Psalm, weil er mir deutlich macht, dass alles in meinem Leben Geschenk ist. Gott, mein Schöpfer hat es mir gegeben. Das zeigt mir zum einen, wie abhängig ich von ihm bin - im positiven Sinn - und macht mich zum anderen dankbar. Weil ich weiß, dass Gott mich versorgt, kann ich ihm vertrauen.

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