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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Oh Mann, sieht so ein Hoffnungsträger aus?" Gleich nach dem Aufstehen sehe ich mich im Spiegel und mir kommt diese Frage in den Kopf. „Siehst Du aus wie ein ‚Hoffnungsträger'?". Eher nicht. Und zu spüren ist auch nicht viel.
Dabei sind Sie und ich eigentlich Hoffnungsträger von Haus aus. Wir tragen Hoffnung in uns. Sonst könnten wir nicht leben.
Aber leider sieht man das manchmal nicht mehr. Die Hoffnung , die mir Mut macht und mit der ich anderen Mut machen könnte. Verschwunden. Zugedeckt und verschüttet unter dem was uns Sorgen macht. Und manche Hoffnung haben wir vielleicht auch vergessen, oder sogar verraten.
In der Bibel ist ‚Hoffnung in sich tragen' ein anderes Wort für ‚lebendig sein'. Gott selbst hat die Kraft zu hoffen in jedes Geschöpf gelegt. Man kann es sogar Bäumen ansehen, steht in der Bibel: „Auch ein Baum hat Hoffnung, sogar noch wenn er abgehauen ist; er kann wieder ausschlagen, und seine Schösslinge bleiben nicht aus. (Hi. 14,7)"
Aus einem Baumstumpf kann wieder neues Leben sprossen. Dann doch aus Ihnen und mir. Auch wenn einen das Leben abgestumpft und gestutzt hat. Auch wenn man zerknittert und verbraucht aussieht. Wichtig ist, dass ich die Hoffnung finde, die Gott in uns hinein gelegt hat. Die Hoffnung, die ich in mir trage. Es ist immer Neues möglich. Manchmal muss ich dazu allerdings alte Wege verlassen.
Hoffnungsträger bin ich aber nicht nur für mich. Sondern auch für andere. Für die, mit denen ich zusammenarbeite. Wenn Sie heute als Lehrer vor ihren Schülern stehen. Bitte nicht ohne Hoffnung. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Schüler ihnen das anmerken, dass Sie für sie was hoffen. Sogar für die „hoffnungslosen" Fälle.
Oder als Journalistin Hoffnung tragen: Ich wünsche mir als Leser oder Hörer, dass Sie genau hinschauen, aufdecken, wenn was falsch läuft. Aber dass man spüren kann, Sie machen das, weil Sie Hoffnung haben, auch für Menschen, die Fehler gemacht haben und für verfahrene Situationen. Und ich wünsche mir, dass Sie zumindest eine kleine Aussicht zeigen, wo und wie es weiter gehen könnte.
Als Mitarbeiterin der Arbeitsagentur oder als Banker: Sie und ich, wir werden als Hoffnungsträger gebraucht. Gut dass Gott die Kraft zum Hoffen so tief in uns hineingelegt hat. Er kann sie immer wieder in uns entfachen, auch wenn ihre Flamme mal kleiner geworden ist. Vor allem ist gut, dass wir auf ihn hoffen können. Er will, dass Menschen geholfen wird.

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