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SWR3 Gedanken

29OKT2021
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Wo ist Gott? Diese Frage hab ich mir als gläubiger Mensch immer wieder gestellt. Wenn Erdbeben und Pandemien Millionen Menschenleben kosten,  Flutkatastrophen Hab und Gut mit sich reißen oder ein Kind an Krebs stirbt. Wo ist da Gott? Natürlich, für Vieles sind wir selbst verantwortlich. Durch unseren Umgang mit der Natur haben wir den Klimawandel verursacht, vielleicht auch Corona. Aber für ein Erdbeben oder den Krebstod eines Kindes können wir nichts. Und damit befinde ich mich in der dunkelsten Sackgasse des Glaubens: wie kann ein liebender und lebensspendender Gott all das Schreckliche und Zerstörerische in der Natur und unter uns Menschen zulassen? Beim Menschen fällt mir die Erklärung nicht schwer: es liegt in unserer Hand, ob wir uns das Leben schön oder schrecklich machen. Bei der Natur ist es was anderes. Für ein Erdbeben oder den Tod eines Kindes sind wir nicht verantwortlich. Da sehe ich uns eingebunden in den großen, unerklärlichen Kreislauf von Werden und Vergehen, von Schöpfung und Zerstörung, den wir nicht verstehen und erklären können. Den wir nur bewundern und fürchten, befragen und beklagen können. Mit all unserem begrenzten Denken und Fühlen. Und in meinem Denken und Fühlen helfen mir zwei Antworten aus dieser Glaubenssackgasse heraus. Die eine ist eine widersprüchliche: Ich denke und hoffe trotz allem, dass sich hinter oder in diesem zerstörerisch-schöpferischen Gott eine allumfassende Liebe verbirgt. Eine Liebe, in der all das, was wir hier nicht verstehen, letztlich gut aufgehoben ist, geborgen ist. Und, das ist meine zweite Antwort, dass diese Liebe in uns Menschen eingepflanzt ist. Und wir sie hier spürbar machen und leben können. In jeder helfenden Hand, in jedem guten Wort, in jedem Funken Hoffnung, den wir spenden…

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