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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Verschwendung ist das Motto der diesjährigen Fastenaktion 7 Wochen ohne, die in dieser Woche begonnen hat. Fasten und Verschwendung, das scheint auf den ersten Blick gar nicht zusammen zu passen.
Andererseits: Fasten heißt ja, wegzulassen, was dem Leben schadet – Kalorien, Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten, Fernsehen… Jeder hat das was anderes im Blick. Und 7 Wochen ohne will jetzt aufmerksam machen: Geiz schadet auch. Wenn ich meine Blumen allzu sparsam gieße und dünge, dann verkümmern sie. Wenn ich für nichts Zeit übrig habe, dann kommt bald gar nichts mehr zustande. Wenn Arbeitgeber mit sozialen Leistungen geizen, dann verkümmert Leben. Aber wenn jemand freundlich zu mir ist aus heiterem Himmel – dann lebe ich auf. Wenn jemand etwas für mich tut und ich hatte nicht mal darum gebeten – dann wird mein Tag heller.
Wo Menschen das scheinbar unvernünftige tun, da wächst das Leben. Da macht das Leben Freude. Die Bibel ist voll von Geschichten über großzügige Menschen und ihre Verschwendung. Denken Sie an den Vater, der seinen Sohn erwartet, der auf Abwege geraten ist. Als er endlich zurück kommt, richtet er ein Fest aus, schenkt ihm ein neues Gewand und einen Ring. Verdient hat der Sohn das nicht, aber ich kann mir vorstellen, wie er sich willkommen fühlt und geliebt. Und wie es ihm dann leichter fällt, ein neues Leben anzufangen.
Oder die Frau, die Jesus zur Erfrischung ein kostbares Körperöl schenkt. Was für eine Verschwendung! schimpfen die Umstehenden – wie unnötig. Mit dem Geld hätte man was Vernünftigeres tun können. Aber Jesus hat das gut getan. „Sie hat gesehen, wie es mir geht und was ich brauche. Sie hat genau das richtige getan. Das wird nicht vergessen werden“, hat er gesagt.
Oder denken sie an den Mann, der auf seinem Weg einen Verletzten liegen sieht. Auch von dem erzählt die Bibel. Zwei waren schon vorbei gegangen, die hatten keine Zeit. Aber deser Dritte nimmt sie sich. Wahrscheinlich hatte auch er eigentlich was anderes vor. Aber er hält an, kümmert sich um den Verletzten, sorgt für ihn, bis andere das übernehmen.
Ob die drei von denen die Bibel erzählt, sich gefragt haben, ob das vernünftig ist, was sie tun? Ob der andere das verdient hat? Ob sie sich das leisten können? Ob es sich für sie lohnen wird? Ob sie sich nachher geärgert haben, weil sie so großzügig waren?
Ich glaube eigentlich nicht. Denn wenn man sieht, wie andere wieder auf die Beine kommen und zu leben anfangen – das tut einem auch selber gut. Finden Sie nicht? Probieren sie es doch mal. Seien sie großzügig. Verschwenden Sie, damit das Leben aufblüht.
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