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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Erster Ferientag in Baden-Württemberg. Ab heute ist für ein paar Wochen das Leben ruhiger. Was für ein Ferientyp sind Sie? Sind Sie froh, dass es ruhiger ist und man abends draußen sitzen kann und im Fernsehen nichts verpasst? Oder sehen Sie mit Schrecken auf die Ferienwochen, weil Sie sich fragen: Was machen die Kids bloß mit der vielen freien Zeit?

Vieles ist anders in den großen Ferien. Wir Christen glauben: Die Ruhe gehört zur Schöpfung dazu. Als kluge Menschen aufgeschrieben haben, dass Gott die Welt geschaffen hat, da haben sie von den 6 Tagen erzählt, die er daran gearbeitet hat. Erde, Meere und Himmel sind entstanden, Tag und Nacht, Pflanzen, Tiere und Menschen. Und dann kam der siebte Tag. Der Ruhetag. Da hat Gott, erzählt die Bibel, sich ausgeruht und angeschaut, was geworden ist. Und sich drüber gefreut, weil es sehr gut geworden war. Und die ganze Schöpfung hatte auch Ruhe, ehe es gewissermaßen losging mit dem Alltag. So ist das gut, so sollt ihr das immer machen, hat Gott gesagt. 6 Tage arbeiten und schaffen – und einen Tag ausruhen. Das wird euch gut tun. So bleibt die Schöpfung sehr gut.

6 Tage arbeiten und einen Tag ausruhen. Das würde vielleicht schon reichen für unser Wohlbefinden. So gesehen sind sechs Wochen Sommerferien luxuriös. Ein großartiger Freiraum, um andere Erfahrungen zu machen als im Alltag. Zeit um Abstand zu gewinnen und zu schauen, was geworden ist. Wenn man den Alltag hinter sich lassen kann, dann spürt man das Leben viel besser als wenn man mittendrin steckt. 

Abstand also in den Ferien. Ruhe, damit man solche Erfahrungen machen kann. Pädagogen sagen: Kinder sollten nur im Notfall in den Ferien weiter lernen und wenn, dann höchstens in den letzten vierzehn Tagen. Wenn es pausenlos weitergeht – dann gibt es keinen Freiraum, um zu spüren, was alles sehr gut ist.

Und sonst, was kann man tun in den Ferien? Urlaub, klar, das ist schön, wenn das geht. Für Kinder wahrscheinlich eher Ferien auf dem Bauernhof als die Kreuzfahrt mit den Großeltern. Oder Zelten im Garten oder im Freien übernachten auf dem Balkon und die Sterne angucken. Mit dem Handy einen Film drehen. Fotos machen für einen Fotowettbewerb mit Freunden. Ein paar Nachmittage in der Kletterhalle.

So schön kann das Leben sein! Vieles davon können größere Kinder allein machen. Wenn Sie welche haben: Trauen Sie ihnen was zu. Und wenn die Kinder mal Langeweile haben: Langeweile macht kreativ. Es wird ihnen schon was einfallen. Vielleicht wird gerade das die neue Erfahrung dieser Sommerferien.

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