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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Leute, die ein I-phone haben, sagen: Das ist toll. Jetzt habe ich alle Infos immer und überall zur Hand.
Und mir leuchtet das ein: Wissen ist wichtig. Wissen hilft die Probleme zu lösen. Informationen dienen als Werkzeuge, mit denen ich eine Situation besser in den Griff bekomme. Staumeldungen, Gebrauchsanleitungen, Vorträge über gesunde Ernährung. Noch nie hatten Menschen Zugang zu so viel Wissen wie wir heute. Da wird nachgeschlagen und gegoogelt, hochgerechnet und zurückverfolgt. Man gibt sein Problem ein - und findet schnell die Information, die man braucht.
Aber ich habe den Eindruck, dass mit den Infos und den Problemlösungen, das stimmt nicht für alle Bereiche. Zum Beispiel beim Klima stimmt es nicht. Im Juni hat die Welt-Klimakonferenz in Rio stattgefunden. Im Vorfeld haben die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz Bilanz gezogen: der Klimawandel hat sich beschleunigt, die Artenvielfalt hat abgenommen, noch nie wurde so viel CO2 ausgestoßen wie heute und Wasser zum Trinken wird knapp. Es ist höchste Zeit, eine andere Richtung einzuschlagen.
Die Ausrede: das habe ich nicht gewusst, zieht nicht. Wir können es wissen und wissen es. Zeitungen, Nachrichten, Facebook und Twitter stellen uns die Umweltprobleme vor Augen.
In jeder Schulklasse von der Grundschule bis zum Gymnasium geht es um Mitwelt und Umwelt. Schon im Kindergarten lernen Kinder, dass es wichtig ist, den Abfall zu trennen und das warme Wasser nicht zu verschwenden.
Später werden trotzdem oft die Bequemlichkeit und das Geld stärker. Ich fahr nun mal gerne Auto, sagt mir ein Mann und zwängt sich hinters Steuer.
Was kann uns aufrütteln, unsere Gewohnheiten zu überdenken? Wissen und Infos alleine genügen offenbar nicht. Es braucht eine Brücke zu unserem Handeln. Was wir wissen, muss auch Konsequenzen haben in unserem Handeln. Was wir einkaufen. Wie oft wir in Urlaub fliegen. Wie wir unser Geld anlegen. Und wen wir wählen. Damit können wir etwas fürs Klima tun. Denn eine Welt ohne Wasser zum Trinken, ohne atemfrische Luft, ohne Vögel und Fische und Wiesenblumen, das ist eine Welt, die sich nicht als Lebensraum eignet. Weder für uns noch für unsere Kinder und Enkelkinder. 

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