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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Der Mensch denkt und Gott lenkt. Sicher kennen Sie das Sprichwort. Vielleicht gebrauchen sie es manchmal selbst. Wenn es nicht geklappt hat mit der Stelle oder wenn eine Beziehung dann doch nicht zustande kommt. Dann erscheint Gott oft als Spielverderber, der einem einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Es gibt aber auch eine andere Seite von: der Mensch denkt und Gott lenkt. Nämlich wenn es besser wird, als ich es gedacht oder erhofft habe.
Dazu will ich Ihnen eine Geschichte aus der Bibel erzählen, aus dem Alten Testament. Sie erzählt von Josef:
Seine Brüder waren neidisch auf ihn. Er war der Liebling des Vaters. Er war der Star, dem vieles zufiel. Er sah gut aus, was ja heute noch Männer dazu bringen kann, neidisch zu werden. Darum wollten sie ihn loswerden. Ihr Neid war so groß, das es ihnen egal war, wenn ihr Bruder umkommen würde. Hauptsache sie hatten ihn los. Zuerst warfen sie ihn in eine Grube und verkauften ihn dann als Sklaven.
Aber Gott hatte andere Pläne mit Josef. Auf wunderbare Weise kam er an den Hof des Königs. Dort begann eine steile Karriere vom Sklaven zum Minister.
Später schaut Josef zurück und sagt: Meine Brüder dachten es böse mit mir zu machen. Gott aber hat es gut mit mir gemacht. Der Mensch denkt - aber Gott lenkt. Da steckt die Erfahrung drin, dass es gut geworden ist, obwohl die Zeichen auf Sturm standen. Dass noch eine andere Hand im Spiel war als die, die ihm schaden wollte. Josef hat in schwieriger Lage die rettende und helfende Kraft Gottes erfahren.
Ich glaube, solche Erfahrungen gibt es bis heute. Und vieles, was Menschen anrichten, entsteht ja auch gar nicht aus Bosheit, sondern aus Unachtsamkeit. Oder aus Dummheit.
So hat mir eine Frau erzählt: Auf dem Radweg wurde ich von einem Auto angefahren. Alkohol war im Spiel. Doch niemand wurde ernstlich verletzt. Eine kleine Schürfung an der Hand. Das war alles. Es hätte schlimm ausgehen können.
Der Mensch denkt und Gott lenkt - und oft zum Guten.
Ich glaube, es gibt sie wirklich, die andere Seite. Schauen Sie mal genau hin und erinnern Sie sich. Vielleicht entdecken Sie etwas davon in Ihrem Leben - und sagen wie der Psalmbeter: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

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