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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Gelassenheit ist mein Thema diese Woche. Und zwar 10 Gebote der Gelassenheit, zusammengestellt von einem Papst, Papst Johannes dem XXIII.
Päpste müssen weiß Gott ein hohes Maß an Geduld und Gelassenheit haben,
für dieses sicher nicht leichte Amt. Und da ist es kein Wunder, dass ein altersweiser Papst diese 10 Gebote der Gelassenheit geschrieben hat. Von diesen Geboten möchte ich heute das Dritte und Vierte weitergeben:
Das Dritte geht so: “Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin - nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.“
Ich finde das ist ein schönes, ein sanftes Gebot eines religiösen Menschen. Eines Menschen, der sich vornimmt, sich auf das Leben hier zu konzentrieren. Und sich bewusst macht, dass er dazu geschaffen ist glücklich zu sein! So ein schöner Gedanke! Dass ein Gott seine Geschöpfe glücklich haben will. Hier und jetzt, nicht erst in der anderen Welt, im Himmel. So ein Gedanke könnte mich doch auch ein wenig gelassener machen. Wenn ich daran denke, dass mir jemand so gut will, mich glücklich haben will. Natürlich: glücklich sein, glücklich werden, und vor allem glücklich bleiben ist leichter gesagt als getan. Wenn das Schicksal es nicht gut mit einem meint, manche Menschen einen plagen oder man mit sich selbst nicht zurecht kommt. Aber auch dafür hat dieser Papst einen Rat:
„Nur für heute“, heißt es im vierten Gebot der Gelassenheit, “werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.“ Das klingt komplizierter als es ist. Diese Kunst sich einzufügen in das, was ist, ohne dagegen zu rebellieren. Aber auch ohne zu resignieren. Und aus dieser Gelassenheit erkennen, welche Umstände nicht verändert werden können und welche verändert werden müssen.
Sich den Umständen anpassen könnte heißen: eigene Schwächen annehmen. Es akzeptieren wenn etwas zu schwer für mich ist, an Leib oder Seele.
Den Umständen anpassen könnte auch heißen: erkennen wann ein Streit nicht nötig ist oder nicht mehr sinnvoll.
Den Umständen anpassen könnte heißen: Akzeptieren dass etwas verloren ist oder eine Beziehung sogar zu Ende. Vielleicht ergeben sich ja dadurch neue Möglichkeiten, andere Perspektiven! Und vielleicht sogar bessere...
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