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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Gelassenheit - ein schönes Wort, das einem leicht und gern über die Lippen geht. Als Ideal oder als Ratschlag für andere. Aber wenn’s einen selbst betrifft?
In den letzten Wochen war ich alles andere nur nicht gelassen. Ich war im Dauerstress. Und der hat meinen Blutdruck in gefährliche Höhen getrieben.
Jetzt hab ich mal wieder ein neues Leben angefangen und neben regelmäßigem Sport und gesunder Ernährung gehört eine größere Gelassenheit zu meinem Veränderungsprogramm. Aber wie schwer das ist: aus alten Gewohnheiten rauskommen. Nicht immer nur Vollgas geben. Das Leben, die Leute, die Arbeit lockerer angehen...
Bei diesem Thema hab ich mich an die Erfahrungen eines weisen alten Mannes erinnert. Und einen Text rausgekramt, der zu meinen derzeitigen Übungen passt: Papst Johannes der 23te hat einmal 10 Gebote der Gelassenheit geschrieben und diese 10 Gebote möchte ich Ihnen, aber auch mir selbst sagen.
Also, das erste Gebot der Gelassenheit lautet: „Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.“
Oooh ja. Wie gut ich das kenne: mir immer wieder zuviel vorzunehmen, immer wieder auch die Ansprüche an mich selbst zu hoch zu schrauben... Deshalb ist es nur sinnvoll und richtig dass man sich nicht zuviel auflädt, barmherziger mit sich selbst umgeht. Dann könnte es klappen, dass man bei dem was man tut gelassener wird und vielleicht auch zufriedener mit dem Ergebnis. Wenn man zwar weniger erreicht, aber das Wenigere das man sich ich mir vorgenommen hat auch schafft!
Jedes der 10 Gebote der Gelassenheit beginnt mit den Worten „Nur für heute“. Auch das gefällt mir an diesen Geboten. Da gibt es keine großen Pläne oder auch keine harten Schnitte, sondern nur für heute wird geplant oder gehandelt, in kleinen Schritten. Wie auch beim zweiten Gebot der Gelassenheit:
„Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen. Vornehm sein in meinem Verhalten. Ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben die anderen zu korrigieren oder zu verbessern, nur mich selbst.“
Ein schöner, ein bescheidener Vorsatz eines Papstes. Und hilfreich. Denn gelassener werde ich nicht wenn ich nur auf die anderen achte. Gelassener werde ich vielleicht, wenn ich mehr auf mich selbst achte. Und mehr auf mich selbst acht gebe.
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