Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

1. Suchen und fragen, hoffen und sehn, miteinander glauben und sich verstehn,

lachen, sich öffnen, tanzen befrein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

 

2. Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn,

auf unsere Armut lässt Gott sich ein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

 

3. Planen und bauen, Neuland begehn, füreinander glauben und sich verstehn,

leben für viele, Brot sein und Wein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

 

Text: Diethard Zils Musik: Jo Akepsimas

 

Strophe 1: Die Kleine Kantorei des Christlichen Sängerbundes

In: Kommt herbei, singt dem Herrn Verlag Singende Gemeinde, Wuppertal

Strophe 2+3: Chor der Schülerinnen und Dozentinnen des Instituts für Kirchenmusik, Mainz

In: Eingeladen zum Fest des Glaubens. 63 neue und alte Lieder für den Gottesdienst

Institut für Kirchenmusik (Hg.), Mainz

 

Bist du eigentlich gläubig, werde ich manchmal gefragt? Die Antwort darauf fällt mir gar nicht so leicht. Was bedeutet es denn, zu glauben? 

Eine prägnante Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte ist das Glaubensbekenntnis. Es sind Sätze, die auf die Botschaft der ersten Christen zurückgehen und in denen die 2000-jährige Geschichte des Christentums mitschwingt. 

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,…. 

So beginnt es. 

Bedeutet Glauben also, diese Sätze für wahr zu halten und ihnen innerlich zuzustimmen?  Glauben ist für mich mehr: eine innere Haltung, die mein Leben prägt.  Offen zu sein, über alles, was da ist, zu staunen, mich zu fragen, was der Sinn der Lebens sein könnte, Zweifel zu haben und dann doch darauf zu vertrauen, dass es einen Gott gibt, auf den ich mich verlassen kann. Glauben ist also nicht in erster Linie eine Sache des Verstandes sondern vielmehr eine Frage des Herzens. Und das kommt gut im Lied des heutigen Morgens zum Ausdruck. 

1. Suchen und fragen, hoffen und sehn,

miteinander glauben und sich verstehn,

lachen, sich öffnen, tanzen befrein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

 

Zu glauben ist eine persönliche Entscheidung. Aber nur für mich alleine glauben ist schwierig. Ich brauche den Kontakt zu anderen Menschen, um glauben zu können.  Ich brauche die Auseinandersetzung darüber, wie ich das alles verstehen soll, und ich lasse mich von den Erfahrungen inspirieren, die  andere mit ihrem Glauben gemacht haben.  Oft geht es dabei  um existentielle Fragen: wenn das Leben plötzlich ganz anders verläuft, als ich es erwartet habe, wenn ich mit Krankheit oder dem Tod konfrontiert werde. Wenn es auf Fragen kaum noch Antworten gibt

 

2. Klagende hören, Trauernde sehn,

aneinander glauben und sich verstehn,

auf unsere Armut läßt Gott sich ein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

 

Zu glauben ist auch ein Weg. Mein Weg zu Gott und Gottes Weg zu mir.

Es geht darum, mit Gott in Beziehung zu kommen. Von seiner Liebe berührt zu werden - vor allem dann, wenn ich selber nicht mehr weiter weiß, wenn ich bedürftig und verletzt bin. Manchmal zweifle ich auch daran, dass ich für ihn – für Gott - wichtig sein könnte. Und dann spüre ich doch wieder seine Nähe 

Gerade solche Erfahrungen haben Menschen mit Jesus gemacht. Wenn er sie berührt hat und von Gott gesprochen hat, dann haben sie auf einmal begriffen: Ja, so ist Gott. In Jesus kommt er uns ganz nah. In ihm wirkt Gott. Seine Worte sind Gottes Worte. Das meint es, wenn wir im Glaubensbekenntnis sagen: Jesus ist der Sohn Gottes. 

Durch die Begegnung mit Jesus haben Menschen sich verändert. Ihre inneren Verkrustungen sind aufgebrochen und sie wurden geheilt. Sie haben sich von Jesus anstecken lassen. Von seiner Art, auf andere zuzugehen und für sie zu leben.

Glauben bedeutet, mich von Jesus inspirieren zu lassen, ja ihm innerlich zu begegnen und in seinen Spuren weitergehen.

 

3. Planen und bauen, Neuland begehn,

füreinander glauben und sich verstehn,

leben für viele, Brot sein und Wein:

So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.

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