Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

28FEB2020
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In der Fastenzeit gibt es sicher gute Gründe für Aktionen wie ‚Sieben Wochen ohne‘.

Das kann für die Gesundheit gut sein und für den Geldbeutel. Im besten Fall für beides.

Gleichzeitig kann ich mir vorstellen, nicht ‚für mich‘ auf irgendetwas zu verzichten, sondern ‚für andere‘ etwas bewusst zu tun.

Wie oft reden wir über andere Menschen? Da fallen nicht nur sanfte und wohlwollende Worte, sondern auch schlechte, vernichtende. Ich kann mir vornehmen, bewusst gut über andere zu reden. Natürlich, hin und wieder braucht es ein kritisches Wort. Da nützt es niemandem, wenn einer ‚schön daherredet‘. Da bringt es nichts, wenn ich zu allem ‚Ja‘ sage. Weil ich Angst davor habe, auf Widerstand zu stoßen. Aber meine grundsätzliche Haltung sollte wertschätzend sein für den oder für die Nächsten. Ich kann gut über andere reden, wenn es angebracht ist. Ich kann die Stärken, die positiven Züge einer anderen Person betonen. Ich kann ein Kompliment machen, wenn ich den Eindruck habe, ‚das war gut, was Du gemacht hast!‘

Ich bin sicher, es kann im guten Sinn ansteckend sein, wenn wir gut übereinander reden in unseren Beziehungen, im Freundeskreis, über Verantwortliche, über Kolleginnen und Kollegen im Betrieb, im Verein, in der Politik und in der Gesellschaft. Vor kurzem hatte ich den Fastenvorsatz gehört: „Ich verzichte auf das Weitersagen von schlechten Nachrichten und negativen Gerüchten!“ Und ich denke mir, das wird nicht leicht. Es kann eine Herausforderung sein, (nur) gut über andere zu reden – oder ansonsten einfach mal zu schweigen.

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