Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Asterix und Obelix - ich liebe die beiden unbeugsamen furchtlosen Gallier aus den Comicheften. Sie haben nur eine Angst, dass ihnen eines Tages der Himmel auf den Kopf fällt.

Ehrlich gesagt: Davor habe ich jetzt keine Angst. Aber es gibt andere Dinge, die mir manchmal Angst machen. Die drohende Klimakatastrophe zum Beispiel. Es vergeht ja kaum ein Tag, an dem darüber nicht in den Nachrichten berichtet wird. Da höre ich, dass das Polareis schmilzt und der Meeresspiegel ansteigt. Ich sehe Bilder von Wirbelstürmen und ich schaue erschrocken zu, wie der Regenwald im Amazonas brennt. Ich mach mir weniger Sorgen um den Himmel, der mir auf den Kopf fallen könnte, als viel mehr um die Erde, auf der ich lebe.

Angst ist ja gar nicht schlecht. Sie bringt mich dazu, etwas zu tun. So haben wir auf unser Haus im letzten Jahr eine Solaranlage setzen lassen und produzieren jetzt unseren eigenen sauberen Strom. Ich fahre mittlerweile auch öfter mit dem Fahrrad und vermeide Plastiktüten.

Doch dann gibt es Leute, die sagen zu mir: Lass das!, Du kannst sowieso nichts ändern. Was du tust, das ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und andere sagen sogar: Du musst dir keine Sorgen machen. Die Klimakatastrophe ist nur eine Erfindung von Politikern. Aber ich weiß, dass das nicht stimmt. Und ich denke mir: Ein Tropfen auf den heißen Stein kann der Anfang eines Regens sein. Darum ist es sinnvoll, dass ich etwas fürs Klima tue, selbst wenn es wenig ist.

Aber trotzdem kommt manchmal die Angst. Mir geht dann immer wieder der Psalm 23 im Kopf herum. Das ist ein Gebet, das der König David geschrieben haben soll Er betet: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du, Gott, bist bei mir“

Solche Worte helfen mir gegen die Angst. Sie erinnern mich daran, dass ich mit meiner Angst nicht allein bin. Gott ist da und geht wie ein guter Hirte jeden Tag an meiner Seite. An schönen Tagen genauso wie an schweren, sorgenvollen. Am Ende ist Gott es, der meine persönliche Zukunft und die Zukunft der ganzen Welt in seiner Hand hält. So kann ich beherzt etwas tun für diese Welt und erlebe zugleich, dass meine Angst keiner wird.

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