Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Es kann ziemlich anstrengend sein, wenn ich etwas ändern will in meinem Leben. Das betrifft nicht nur den viel diskutierten Klimawandel im eigentlichen Sinn, also, wie ich für bessere äußere Lebensbedingungen sorgen kann - auch mit meinem eigenen Verhalten. Ich finde, es ist auch ‚dran‘, das ‚Klima‘ in Bezug auf Menschen in meiner direkten Umgebung anzuschauen.

Habe ich wirklich Interesse daran, wie es meiner Partnerin, meinem Partner geht?

Nehme ich mir Zeit zum Zuhören?

Welche Sorgen drücken mein Gegenüber am Arbeitsplatz im Augenblick?

Wie begegnen wir einander?

Bin ich bereit, meinen Beitrag zu leisten, damit ein gutes ‚Klima‘ herrscht in unserem täglichen Miteinander?

Solch eine Art von ‚Klimawandel‘ kann in mir drin beginnen!

Es ist gut, wenn ich mir selbst hin und wieder Gutes tue und mir was gönne. Wenn ich mir Zeit nehme. Für mich allein oder mit jemand anderem. Wenn ich Ruhe und Stille genieße. Oder Musik. Wenn ich Geräusche in der Natur bewusst wahrnehme.

Dann wird manches ‚neu‘!

Dann spüren die Menschen, mit denen ich zu tun habe:

Du bist anders! Du kannst zuhören. Du hast Zeit. Das tut gut…

Der Mönch Bernhard von Clairvaux schreibt bereits vor über 800 Jahren: „Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer. Ich sage nicht: Tu das oft. Aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da.“

Ich bin sicher: Wenn wir so auch für uns selbst achtsam sind, dann geht öfters ein Lächeln übers Gesicht. Dann wird manches freundlicher in uns und um uns herum. Denn gutes Klima ist ansteckend.

Sorgen wir in diesem Sinn für einen Klimawandel im Guten. Für einen ‚Klimawandel in den Herzen.‘

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