Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

Man darf auch vor dem Abend loben. Loben weckt die Sinne, macht das Herz weit und beschwingt den Geist. Die Bläser von Genesis Brass lassen diese Lebenserfahrung kraftvoll hören. In ihrer Improvisation zum heutigen Lied zum Sonntag: „Lobet den Herren, alle die ihn ehren“, heißt es.

 

Musik 1 Lobet den Herren, alle die ihn ehren – Genesis Brass

So kraftvoll zu loben, das kann vermutlich nicht jeder. Mir jedenfalls geht es am Morgen eher wie Paul Gerhardt. Von ihm stammt der Text des Liedes. Lobend den Tag zu beginnen, dazu will er ausdrücklich ermuntern. Er macht sich und mir bewusst: Es gibt etwas zu loben. Paul Gerhardt hält dazu an, nicht in den Tag hineinzustolpern. Sondern auch eine Art geistig-geistlichen Morgentoilette nicht zu vergessen.

Etwa in dem Sinn: Mache auch Deine Seele frisch. Und wenn man es vermag: “Lobe den Herren.” Dafür, dass ich von Gott behütet heil durch die Nacht gekommen bin und wieder lebendig. Jeder Schlaf ist wie ein kleiner Tod und jedes Aufwachen am Morgen eine kleine Auferstehung. Mit der Chance zu etwas Neuem.

Musik 2 Lobet den Herren alle die ihn ehren Thomaner Str 1 u 2

1) Lobet den Herren alle, die ihn ehren; lasst uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

2) Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket: Lobet den Herren!

Eines scheint mir sicher. Loben tut gut. Nicht nur dem, der gelobt wird. Auch dem der das Lob ausspricht. Wenn ich ausdrücklich zur Sprache bringe, was mir wohltut, dann wird erst klar, was und wer mir gutgetan hat. Die Wirkung einer Wohltat wird stärker, wenn man lobt. Ich glaube, loben macht deshalb auch die Seele stärker und schöner.

Musik 3 Lobet den Herren, alle …Orgel           
Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können          
und Händ und Füße, Zung und Lippen regen,          
das haben wir zu danken seinem Segen.          
Lobet den Herren!

Lobet den Herren. Und die Menschen, wenn wir es verdienen. Denn nicht alles, was Menschen tun oder unterlassen, verdient Lob. Manches verlangt auch ein mutiges Nein. Oft ist das so schwer wie loben. Hanns Dieter Hüsch hat recht mit seiner feinen Unterscheidung zum Loben. „Nicht einfach Ja und Amen sagen zu allem, sondern „Nein und Halleluja.“ Es braucht auch Widerspruch, wenn etwas nicht dem Guten dient.

Aber vermutlich ist für einen besseren Lauf der Welt doch wichtiger, das wir auf jeden Fall das Gute, das geschieht, loben. Ich hoffe, Lob kann uns inspirieren freundlich zu sein zur Schöpfung und zu Menschen. Und Gott freut sich auch an Lob.

Musik 4  Lobet den Herren alle die ihn ehren         
7) Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite          
auf unsern Wegen unverhindert gehen          
und überall in deiner Gnade stehen.          
Lobet den Herren!

Text: Paul Gerhardt 1653
Melodie: Johann Crüger 1653

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Musik 1 „Hymnus - Lobet den Herren, alle“          
track 3 aus CD „Hymnus Lutheran Chorale Fantasies;          
Genesis Brass capriccio LC 08748  
Musiken 2 - 4 “Lobet den Herren, alle die ihn ehren”          
track aus CD Paul Gerhardt, die großen Choräle,          
Thomanerchor Leipzig, LC 06690

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