Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Ich bin an der Nordsee aufgewachsen. Kein Wunder, dass mir darum die Geschichte von Jesus, der einen Sturm stillt, schon immer gut gefallen hat. In der Geschichte aus der Bibel wird nämlich erzählt, dass Jesus und seine Jünger in einem Boot unterwegs gewesen sind. Die Wellen waren hoch und sind bis ins Boot hineingeschlagen. Verständlicherweise gerieten die Jünger in Panik. Und Jesus? Der hat hinten seelenruhig im Boot auf einem Kissen geschlafen. Die Jünger haben ihn schließlich geweckt. Jesus sprach ein Wort und gut war es. Der Sturm hat augenblicklich aufgehört. Mich hat das als Kind beeindruckt. Jesus als Herrscher über Wind und Wellen!

Als ich die Geschichte vor kurzem wieder gehört habe, bin ich an einer anderen Stelle hängengeblieben. Heißt es da wirklich, dass Jesus auf einem Kissen geschlafen hat? Also habe ich nachgeschaut und in der Tat ist da von einem Kissen die Rede. Das finde ich klasse. Denn ein Kissen ist für mich ein Symbol der Ruhe. Auch Jesus hat also in seinem Leben Pausen gemacht und Ruhe gesucht. Mir tut solch eine Ruhepause auch gut. Vor allen Dingen, wenn es in meinem Leben wie in der Geschichte stürmt. Wenn es wieder einmal über Wochen auf der Arbeit turbulent zugeht, sich die Kollegen streiten, die Stimmung einfach schlecht ist. Oder wenn eine Krankheit unerwartet in der Familie oder im Freundeskreis auftritt. Wie soll das nun alles weitergehen?

Lebensstürme kann man verschieden angehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, über die Sache zu schlafen, anstatt gleich Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen. Warum nicht ganz bewusst wie Jesus den Kopf auf einem Kissen ruhen lassen? Sich Zeit nehmen und darüber nachdenken, was eigentlich passiert ist: Was ist es, was da in mir stürmt:  Was ärgert mich? Wer hat mich verärgert und warum?  Oder auch: Wovor fürchte ich mich?

Auf meinem Kissen kann ich das, was in mir stürmt, Gott im Gebet anvertrauen. Ich finde größere Klarheit und vor allen Dingen auch Worte für das, was mich bewegt. So, habe ich gemerkt, kann ich viel bewusster in meinem Lebenssturm handeln. Und manche Welle, die mir zuvor hoch und bedrohlich erschien, hat sich dabei schon von alleine gelegt.  

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