Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Auch in diesem Jahr werde ich wieder als Nikolaus unterwegs sein. Heute, am Tag, der seinen Namen trägt. Die Erzieher eines Kinderhauses in meiner Nähe haben mich gebeten, die Kinder zu besuchen. Verkleidet mit Bischofsgewand und langem Bart und mit einem großen Sack voller kleiner Geschenke. Was ist das für eine Faszination, die von dieser Figur ausgeht? Was macht seine Geschichte und die Legenden, die sich um den Bischof Nikolaus ranken, bis heute so attraktiv?

Für die Kinder ist es ein großes Ereignis, dass eine so eindrucksvolle Person zu ihnen kommt. Die Kleinen nehmen es noch ganz ernst, die etwas Größeren verstehen schon, dass es sich um eine Inszenierung handelt, ein kleines Theaterstück, das eigens für sie aufgeführt wird. Und alle ahnen, dass sich dahinter eine kostbare kleine Wahrheit verbirgt: Es ist schön, etwas geschenkt zu bekommen. Und Schenken ist auch schön. Das jedenfalls muss so etwas wie ein Lebensmotto des Bischofs aus Myra gewesen sein. Er hat darauf geachtet, wem etwas zum Glück fehlt - bei den Leuten, für die er als Bischof zuständig war. Und wann immer es ihm möglich war, hat er versucht, das auszugleichen. Wie bei den drei Töchtern, die nicht heiraten konnten, weil ihnen das nötige Geld für die Mitgift gefehlt hat. Denen hat er etwas aus seinem bischöflichen Vermögen zukommen lassen. Die Legende spricht von drei goldenen Kugeln. Auf vielen Darstellungen hat Nikolaus sie auf dem Arm.

Gold werden wir heute kaum verschenken. Aber es gibt ja viele andere Möglichkeiten, wie wir etwas Gutes tun können. Jemandem etwas schenken. Überraschend. Ohne vom anderen eine Gegenleistung zu erwarten. Vielleicht sogar so, dass der andere gar nicht merkt, wo es herkommt. Ich kann zum Beispiel zum Hörer greifen und jemanden anrufen, von dem ich weiß, dass er sich darüber freut. Ich kann mit dem Bettler auf der Straße ein Gespräch beginnen. Ich kann einer Aktion etwas spenden, die ich schon lange im Blick habe. Es ist schön etwas geschenkt zu bekommen und schön etwas zu schenken. Diese schlichte Weisheit verbinde ich mit Nikolaus. Das macht dann für mich den sechsten Dezember erst wirklich zum Nikolaustag.

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