Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

(GL 261/ EG 551)

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. (…) Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“

(Matthäus 2, 1-9) Von dieser Sternenreise singt das Lied Stern über Bethlehem.

1. Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, / führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht. / Leuchte du uns voran, bis wir dort sind, / Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

Der Stern über Bethlehem beschäftigt bis heute die Wissenschaftler. Und es gibt einige gute Kandidaten: eine Supernova, also eine Sternenexplosion, eine seltene Nähe der Planeten Jupiter und Saturn oder auch ein Schweifkomet. Dieser Suche zum Trotz: Der Evangelist Matthäus, der von den Sterndeutern erzählt, hatte wohl keine Kenntnis über einen besonderen Stern am Himmel. Er spielt vielmehr auf eine Bibelstelle an, in der die Ankunft des Erlösers, des Messias durch einen Stern angekündigt wird (Num 24,17). Für den kundigen Juden damals war klar, was Matthäus damit sagen wollte: Jesus ist der Messias.

2. Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn / und läßt uns alle das Wunder hier sehn, / das da geschehen, was niemand gedacht, / Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Um die Sternengeschichte zu verstehen, muss man tief in den Brunnen archaischer Erzählungen tauchen. In die Schöpfungsgeschichten. Hier setzt Gott selbst die Sterne an den Himmel, weist ihnen ihren Platz zu. Aber mit diesem einen Stern wird jetzt alles anders. Plötzlich kommt Stimmung in den Himmel. Da bricht ein Stern aus den Ordnungen aus, zieht eine neue, völlig verrückte Bahn. Er spielt sich als eine Art himmlischer Wegweiser auf und bleibt dann ziemlich überraschend über einem Stall stehen.

3. Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel, / denn dieser arme Stall birgt doch so viel. / Du hast uns hergeführt, wir danken dir. / Stern über Bethlehem, wir bleiben hier.

Das Lied Stern über Bethlehem macht aus der Sternengeschichte mehr als nur eine biblische Nacherzählung. Alfred Hans Zoller, der den schlichten Song 1964 schrieb, weitet den Erzählhorizont. Sein Lied macht aus jedem Menschen einen Magier, einen Weisen, einen Sterndeuter: Wir ziehen dem Stern hinterher, wir sehen, was passiert ist, wir sind am Ziel.

Und so ist der Stern auch mehr, als nur ein Wegweiser. Der Stern steht für die Suche eines jeden Menschen nach Sinn, nach Glück, nach dem, was wirklich zählt. Und deshalb leuchtet der Stern in diesem Lied immer weiter. Das macht aus dem Lied Stern über Bethlehem einraffiniertes Lied. Auch wenn es eine simple Melodie und einen einfachen Text hat. Der Stern wächst sich aus zu einem Fixpunkt des Lebens. Zur Antwort auf meine Frage, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen soll. Wer sich zur Krippe aufmacht, zum Stall, zum Kind, dem scheint der Stern immer weiter. Auch zuhause.

4. Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück. / Steht doch dein heller Schein in unserm Blick, / und was uns froh gemacht, teilen wir aus. / Stern über Bethlehem, schein auch zuhaus.

Stern über Bethlehem

Text und Musik: Alfred Hans Zoller (1964)

(01)

Raiser, Christian-Markus; Stern über Bethlehem für Chor a cappella

CoroPiccolo Karlsruhe; Raiser, Christian-Markus

(02)

Zoller, Hans; Zoller, Hans; Stern über Bethlehem; Ensemble

https://www.kirche-im-swr.de/?m=25691

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