Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Seit einer Woche sind Tobias, Florian und Manuel mit einer riesigen Menge Suppe und warmen Socken unterwegs. In Heidelberg ging es los und nun fahren sie in Kleinbussen die sogenannte Balkanroute entlang.

„Viele schütteln den Kopf über die aktuellen Zustände in Europa“, schreiben die drei auf ihrer Homepage. Sie meinen damit die Bedingungen, unter denen Menschen monatelang auf ihrer Flucht unterwegs sind. „Jeder will, dass etwas passiert. Wir nehmen uns die Zeit und handeln,“ sagen sie.

Und das tun die jungen Männer mit dem, was sie können.

Tobias ist Sternekoch und daher der Profi für die Suppen. Sein Bruder Florian hat als Unternehmer schon viele Projekte geleitet und Manuel ist ein Freund der beiden. Im richtigen Leben ist er Wirtschaftsingenieur. Allen war klar: „Die Entscheidung, ob wir es machen, hat sich für uns so nie gestellt. Wir haben das Equipment, wir haben das Know-How und wir sind entschlossen. Also los!“

Die Initiative der drei heißt „Soup & Socks“. Bis Sonntag sind sie mit ihrer mobilen Suppenküche unterwegs. Und wer mag, kann auf der Homepage Bilder und Videos sehen. Und noch etwas ist ihnen wichtig: „Wir wollen helfen, aber auch aus erster Hand Eindrücke sammeln und teilen.“

Als Toni, passionierter Filmemacher aus Bayern, im Dezember von der geplanten Tour erfahren hat, hat er nicht gezögert und sich kurzerhand der kleinen Gruppe angeschlossen. Toni unterstützt als Profi nun die Aktion, indem er sie dokumentiert.

Es waren aber noch viele andere nötig, damit die Tour überhaupt losgehen konnte. Denn natürlich brauchten sie auch Geld. Jede Menge Suppenzutaten und Tausende von Bechern und Löffeln mussten bezahlt werden. Dazu kommen Fahrt- und Mautkosten für ungefähr 5000 Kilometer.

Doch auch daran ist die Aktion nicht gescheitert. Viele Spender haben sich bereits gefunden und täglich kommen mehr hinzu. Sei es eine Tante, die ein Paket mit über 100 Paar Socken geschickt hat bis hin zu vielen Geldspenden.

„Soup & socks“ – das ist mehr als nur Suppe und Socken. Tobias, Florian und Manuel, möchten ein Zeichen setzen. „Nicht nur wir sehnen uns nach Geborgenheit und Zuwendung am Fest der Liebe, sondern auch die Familien, die dieses Gefühl in ihrer Heimat nicht mehr finden können.“

Ich finde, das ist ihnen gelungen. Ein beeindruckendes Projekt und gelebte Nächstenliebe.

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