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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Beim Kurzurlaub im Feriendorf Anfang des Jahres, hatten wir auch einen Kegelabend geplant. Unse-re Vierjährige, die davon hörte, wollte natürlich auch mitkegeln. Und wir fanden schließlich auch ei-nen Weg, wie wir ihr diesen Wunsch erfüllen konnten. Ich nahm eine Kugel, stellte die Kleine vor mich hin und legte ihre Hand in meine. Gemeinsam holten wir aus und brachten die Kugel auf den Weg. Aber im Grunde war ich es allein, der die Kugel schob. Nach jedem Wurf sprang Naemi in die Höhe und rief: „Ich habe vier Kegel umgeworfen. - Jetzt sind es sechs, die umgefallen sind. Spitze!“ Am Ende war es sogar sie, die ihren Sieg über die anderen feiern konnte.
An diesem Abend musste ich noch über den Kegelabend nachdenken. Ich überlegte: „Ist es denn bei mir nicht ganz ähnlich? Ich habe einen himmlischen Vater im Hintergrund, der für mich die Kugeln schiebt. Das vergesse ich immer wieder. Wenn etwas gelingt, dann bilde ich mir ein, dass ich es war, der gewonnen hat. Aber dann wird mir bewusst: In Wirklichkeit stand er doch dahinter. Meine Hand lag in der seinen.
Und dann denke ich daran, was er versprochen hat. Durch die Heilige Schrift lässt er mir sagen: „Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir“ (Jes. 41,13).
Und weil ich das weiß, rede ich mit ihm im Gebet. Ich erwarte alles von ihm und erbitte alles von ihm. Aus dem Selbstgespräch meines Herzens wird ein Zwiegespräch mit ihm. Ich bin mit ihm stän-dig im Gespräch. Ich bespreche alles mit Gott, alle kleinen und großen Dinge, die mich bewegen.
Im Hauskreis erzählte ich einmal davon, dass ich Gott sogar um einen Parkplatz bitte, wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre. Eine Teilnehmerin meinte: „Man kann doch Gott nicht mit solchen Din-gen belästigen. Er hat doch anderes zu tun, als sich um einen freien Parkplatz zu kümmern.“ Ich entgegnete: „Doch, unser Gott interessiert sich für alles. Er will mitten in meinem Leben bei mir sein. Es gibt nichts, was für ihn zu klein und zu belanglos wäre. Es gibt aber auch nichts, was ihm zu groß und zu schwer sein würde.“
Fangen Sie an, mit ihm zu reden. Nehme Sie seine große starke Hand in Anspruch und legen Sie einfach ihre Hand in seine große Hand – so wie meine kleine Tochter beim Kegeln.
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