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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Zu unserer Gemeinde gehört auch ein traditionsreiches Hotel mit verschiedenen Gasträumen. Im großen Jugendstilfestsaal ist vorne über der Bühne in großen Lettern zu lesen: „Saget Dank allezeit und für alles“. Die Menschen, die hier seit Generationen ihre Feste feiern haben dieses Bibelwort ständig vor Augen.
Stellen Sie sich eine Hochzeit vor! Die lange Tafel festlich gedeckt, fröhliche Menschen, ein gutes Es-sen in mehreren Gängen. Und immer wieder der Blick auf den Satz da vorne: „Saget Dank allezeit und für alles.“ Vielleicht ein Denkanstoß: Dass wir hier zusammen sind, kommt von Gott. Das gute Essen ist sein Geschenk. Meine Eltern, meine Geschwister, meine Freunde und vor allem sie, meine Braut, alles habe ich ihm zu verdanken, ihm, meinem Gott!
Immer wenn ich selbst dabei bin, bei einer Geburtstagsfeier, bei einer Hochzeit oder bei einer Ver-anstaltung unserer Gemeinde dort im Festsaal, immer wenn ich das Bibelwort vorne lese und vor ei-ner gedeckten Festtafel sitze, werde ich daran erinnert: Ist nicht mein ganzes Leben ein Sitzen am gedeckten Tisch? Mein Gott ist es doch, der mir Tag für Tag so viel Gutes serviert.
Und dann fange ich an, zu danken. Manchmal schreibe ich es mir auch auf, für was ich alles danken kann. Und so komme ich vom Danken zum Denken. Mir fällt ein, was ich meinem Gott alles verdan-ke. Und dann wird mein Herz voller Dankbarkeit.
Und das Danken hat ja noch eine ganz andere Perspektive. Ich habe es einmal erlebt, dass eins meiner Kinder mir eine kaputte Puppe auf den Schreibtisch ins Büro legte. Daneben ein Zettel mit dem Hinweis: „Danke, Papa, dass Du mir meine Puppe reparierst.“ Meine Tochter ging selbstver-ständlich davon aus, dass ich ihren Wunsch erfüllen würde. Sie bedankte sich schon im Voraus für etwas, was sie von ihrem Papa erwartete.
Mit dieser Haltung des Vertrauens gegenüber meinem himmlischen Vater möchte ich in den Tag ge-hen. Ich will ihm alles hinlegen, was mich heute erwartet und beten: „Danke, Herr, dass du mir heu-te durchhilfst. Vielen Dank, dass Du da bist und ich mit deiner Hilfe rechnen darf. Danke, dass Du mich bewahrst. Danke, dass du die Antworten auf alle Fragen kennst. Danke, dass Du sogar das wieder ganz machen kannst, was kaputt ist.“
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