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SWR3 Gedanken

Die letzten Tage waren für Jona alles andere als ruhig. Alles fing damit an, dass Gott gerade ihm den letzten Job zuschustern wollte: In die Stadt Ninive gehen und den Bewohnern kräftig einheizen, weil sie ein gottloses Leben führen. „Ohne mich!“, hatte Jona zuerst noch gedacht. Aber bald war klar, dass er um diesen Auftrag nicht drumherum kommen würde. Ja, das Los eines Propheten kann hart sein.
Und nun läuft Jona schon den ganzen Tag durch den Sündenpfuhl Ninive. Es bringt ja wahrscheinlich nichts. Aber allen die es wollen oder nicht schreit er zu: „Ihr müsst euer Leben radikal umstellen, sonst wird eure Stadt innerhalb von 40 Tagen zerstört!“
Dann eine unerwartete Wende: Der König hat von Jonas Auftritt gehört. Aber anstatt ihn hochkant aus der Stadt zu werfen, legt er seinen Königsmantel ab, zieht ein sackartiges Bußkleid an und setzt sich in einen Haufen Asche. Ein uraltes Zeichen dafür, dass man seine Taten bereut und sich bessern will.
Der König geht noch weiter: Er lässt in der ganzen Stadt eine Fastenzeit ausrufen: Niemand soll essen oder trinken. Alle sollen laut zu Gott beten, ihre Sünden bereuen und ein besseres Leben führen als bisher. Ich finde, das klingt wie Aschermittwoch in Ninive.
Das beste an der Geschichte kommt aber zum Schluss. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sie überhaupt geschrieben wurde: Gott tun die Bewohner von Ninive leid. Er lässt ab von seinem ursprünglichen Plan und verschont die Stadt.
Es sieht so aus, als ob es für Gott nie zu spät ist, seine Fehler einzugestehen und etwas zu ändern. Ob am Aschermittwoch oder sonst irgendwann im Leben.
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