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SWR3 Gedanken

„Namen sind Schall und Rauch“ – das hat Goethe einmal geschrieben. Ich behaupte jetzt mal das Gegenteil. Kaum ein Thema wird vor der Geburt eines Kindes stärker diskutiert als die Frage nach dem Namen. Im deutschen Vornamen-Ranking sind bei den Mädchen Anna, Leonie und Lilly ganz vorne dabei. Bei den Jungs Lukas, Tim und Max. Klar, den Eltern soll der Name gefallen. Aber das Kind muss ein ganzes Leben lang damit rumlaufen. Mein Name begleitet mich lebenslänglich. Er gehört zu mir wie mein Gesicht.
Die meisten Namen wurden bekannt, weil prominente Menschen sie mal getragen haben – die Namenspatrone. Das sind Heilige, die wegen ihres Lebens zu Vorbildern wurden. Lilly stammt zum Beispiel von Elisabeth. Die Hl. Elisabeth von Thüringen wurde vor 800 Jahren geboren und hat unter Lebensgefahr Arme beschenkt.
Oder Max: Aus dem Lateinischen übersetzt heißt es „der Größte“. Der Name erinnert zum Beispiel an den Priester Maximilian Kolbe. Er ist freiwillig anstelle eines Familienvaters im KZ Auschwitz in den Tod gegangen.
Lilly und Max, das sind starke Namen von starken Vorbildern. Ich muss nicht gleich mein ganzes Vermögen verschenken oder für jemanden in den Tod gehen. Aber auch ich kann stark sein, auf meine ganz eigene Art. Ich finde, Namen sind mehr als nur Schall und Rauch. Der Name verbindet mich mit vielen anderen - und mit meinem Namenspatron.
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