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SWR3 Gedanken

Pilgern auf dem Jakobsweg ist heute wieder voll in. Nicht nur bei denen, die sich fromm nennen. Sogar Hape Kerkeling ist ihn schon gegangen. Aber wer kennt schon den Jakob?
Das war nämlich der Bruder von Jesus. Und der starb um 44 n.Chr. in Jerusalem. Seine Freunde brachten seinen Leichnam bis ans Ende der Welt, an das Kap Finisterre, um ihn dort gebührend zu beerdigen. So die Legende.
Nun standen im 8ten Jahrhundert die Araber in Spanien und wollten Spanien muslimisch machen. Das gefiel den christlichen Spaniern so gar nicht. Aber dem Rest des christlichen Europas war das herzlich egal.
Da erschien nun eines Tages dieser Jakob, der Bruder Jesu in einer der Schlachten gegen die Araber und prompt siegten die Christen! Ganz Europa war begeistert! Und damit fing alles an. Man pilgerte nach Spanien, man besuchte das Grab von Jakob: Jakob der Pilger, Jakob der Kriegsherr! Die Leute kamen in Scharen! Man legte befestigte Wege und Brü-cken an, errichtete Herbergen, Hospitäler und Kirchen.
So wurde Jakob zum Schutzheiligen Spaniens.
Irgendwann ließ der Enthusiasmus nach. Erst in den 80iger Jahren des 20ten Jahrhun-derts flammte die Begeisterung wieder auf, nach Santiago de Compostela oder gar bis zum Kap Finisterre zu pilgern.
In Deutschland nicht zuletzt wegen des wunderbar unterhaltsamen Bestsellers von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“.
Heute pilgern die Menschen nicht mehr aus Angst um ihr Seelenheil im Jenseits. Oder in der Hoffnung auf die Vergebung ihrer Sünden.
Und doch geht es heutzutage irgendwie auch ums Seelenheil.
Viele merken, da fehlt was in meinem Leben; da muss sich was ändern. An was glaube ich eigentlich? Was will ich mit meinem Leben?
Und so laufen sie los, quer durch Spanien.
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